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Interpellation zum Konflikt in der Schweizer Kirche

Klärung der Vorgänge verlangt, die Ende April zum Rücktritt eines Mitglieds des Rates der EKS führten

Die Leitungen der reformierten Kirchen Aargau, Bern-Jura-Solothurn, Waadt und Zürich haben bei der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS eine Interpellation eingereicht. Sie soll die Vorgänge klären, die Ende April zum Rücktritt eines Mitglieds des Rates der EKS geführt haben.

Am 24. April vermeldete der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS den Rücktritt eines Ratsmitglieds. Der Rücktritt stehe im Zusammenhang mit einem laufenden Geschäft. Mit Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz wurden jedoch keine weiteren Angaben zu den Hintergründen gemacht. In einer weiteren Mitteilung, die das zurückgetretene Mitglied selber veröffentlicht hat, war jedoch von «unüberbrückbaren Differenzen» die Rede.

Für die Leitungen der reformierten Kirchen Aargau, Bern-Jura-Solothurn, Waadt und Zürich lässt diese Inkohärenz auf einen Konflikt schliessen. Die fehlenden Informationen würden aber zu Spekulationen und Unsicherheiten führen statt zur Klärung beitragen. Die Kirchenleitungen befürchten dadurch für die eben erst neu gestartete EKS und für ihre Mitgliedskirchen einen Vertrauens- und Glaubenswürdigkeitsverlust und das Risiko eines Reputationsschadens. Zudem sind Sie besorgt über die Handlungsfähigkeit des Rates der EKS.

Die Kirchenleitungen der Aargauer, Berner, Waadtländer und Zürcher Kirche haben deshalb bei der EKS gemeinsam eine Interpellation eingereicht, mit der Transparenz hergestellt und eine Klärung bezüglich der Vorgänge, die zum Rücktritt des Ratsmitglieds geführt haben, erreicht werden soll. Sie betonen, dass der Vorstoss nicht gegen den Rat gerichtet sei, sondern aus dem Engagement der Mitgliedskirchen für die EKS erfolge. Er soll dazu beitragen, das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der EKS wiederherzustellen. Die Kirchenleitungen sind überzeugt, dass eine Klärung der Vorgänge die erwähnten Risiken zu mindern vermag.

Insbesondere möchten die Kirchenleitungen wissen, ob es sich um ein Sach- oder ein Personalgeschäft handelt und wer – inner- oder ausserhalb des Rates – die involvierten Personen sind. Bei weiteren Fragen geht es um den Informationsfluss, die Einschätzung des Reputationsschadens
oder finanzielle Konsequenzen.

Die für den 14.–16. Juni 2020 in Sion geplante Synode der EKS wurde aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Stattdessen wird am 15. Juni eine eintägige virtuelle Synode mit verkürzter Traktandenliste durchgeführt.

Link zum Bericht von ref.ch am 14. Mai 2020:
«Dieser Zustand darf nicht noch ein Jahr andauern». Die Kirchenleitungen von Bern-Jura-Solothurn und Zürich kritisieren den Vorschlag, dass eine Kommission die Hintergründe von Sabine Brändlins Rücktritt aus dem Rat der EKS untersuchen soll. Vor allem stören sie sich an der langen Frist bis nächsten Sommer.

:: Link zum PDF der Interpellation