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Gottesdienste ab Pfingsten möglich

Aktuelle Informationen zur Pandemie Covid-19 - Stand 20. Mai

Der Gesamtbundesrat hat an seiner Sitzung vom 20. Mai auf Antrag von Bundesrat Alain Berset die Wiederaufnahme von Gottesdiensten per Donnerstag, 28. Mai 2020, beschlossen. Dies ermöglicht die Durchführung von Gottesdiensten ab Pfingstsonntag, 31. Mai 2020.

Verbunden mit diesem Beschluss hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Rahmenschutzkonzept «Wiederaufnahme von Gottesdiensten und religiösen Zusammenkünften» publiziert, das die Voraussetzungen und Bedingungen für die Durchführung von Gottesdiensten vorgibt:

  • Es besteht keine fixe Begrenzung der Teilnehmendenzahl; grosse Besucherzahlen sind aber zu vermeiden, und es ist mit einem Platzbedarf von 4m2 pro Person zu rechnen.
  • Auf die Feier der Sakramente und auf den Gemeindegesang ist zu verzichten. Es dürfen an Pfingsten demnach keine Abendmahlsfeiern stattfinden.
  • Die Kontaktdaten der Teilnehmenden sind zwingend aufzunehmen.

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) hat ihr bereits zuvor vorgelegtes «Schutzkonzept für Gottesdienste» aufgrund des BAG-Rahmenkonzepts geringfügig angepasst und die geänderten Stellen gegenüber der Fassung vom 1. Mai gelb markiert. Beide Konzepte sind bei den «Pandemie-Downloads für Kirchgemeinden» zugänglich.

Dass Gottesdienste nun früher als geplant wieder durchgeführt werden können, werten EKS und Kirchenrat als würdigendes Signal des Bundesrates gegenüber den Kirchen und Religionsgemeinschaften. Darüber sind sie erfreut. Es ist ihnen aber auch bewusst, dass diese neue Situation vielfältige organisatorische und kommunikative Herausforderungen für die Kirchgemeinden mit sich bringt. Der Kirchenrat überlässt deshalb die Entscheidung den Kirchgemeinden (Kirchenpflege im Einvernehmen mit dem Pfarramt), ob sie an den beiden Sonntagen Pfingsten 31.5.2020 und Trinitatis 7.6.2020 bereits Gottesdienste durchführen wollen.

Sowohl EKS wie auch der Kirchenrat legen den Kirchgemeinden nahe, jetzt nicht um jeden Preis sofort zum Vor-Pandemie-Modus zurückzukehren. Sie empfehlen vielmehr, die bisher an den Tag gelegte, beeindruckende Kreativität beizubehalten und ggf. zu prüfen, ob die bisher geplanten virtuellen Aktivitäten (z.B. Online-Gottesdienste) um neue physische Feiern (z.B. mehrere kleine Gottesdienste, Andachten auch unter der Woche) ergänzt werden können.

Der Bundesrat hat in Aussicht gestellt, dass er am 27. Mai über die weiteren Lockerungsschritte ab 8. Juni entscheiden wird. Der Kirchenrat wird unmittelbar nach Bekanntwerden der Beschlüsse des Bundesrates seine Weisung vom 18. März (letzte Fassung 30. April) erneut anpassen.

Liegenschaften
Es liegt ein «Schutzkonzept für kirchliche Liegenschaften» vor. Es ist vorerst vom 11. Mai bis zum 7. Juni gültig und gibt Hinweise, die beachtet werden müssen, wenn das Kirchgemeindehaus wieder für das Publikum geöffnet werden soll (bspw. um das Sekretariat wieder zugänglich zu machen). Zugleich kann damit auch die Phase ab dem 8. Juni vorbereitet werden. Besonders hingewiesen sei auf den Umstand, dass bezüglich Gastronomie gemäss Gesundheitsdirektion bis 7. Juni nur professionelle und kommerzielle Angebote erlaubt sind.

RPG
Weiter liegt ein «RPG-Schutzkonzept» vor, das ebenfalls vom 11. Mai bis 7. Juni gültig ist. Es gibt Hinweise, die zu beachten sind, wenn von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden soll, in Kleingruppen bis fünf Personen (vier Kinder/Jugendliche und eine Lehrperson) zu arbeiten. Zugleich kann das Konzept auch als Vorbereitung für die Wiederaufnahme des Unterrichts genutzt werden. Regulärer Religionsunterricht ist sowohl in schulischen wie in kirchlichen Räumen bis 7. Juni untersagt.

Weitere Konzepte
Mehrere, teils bereits angekündigte Konzepte und Handreichungen sind noch in Arbeit und werden, sobald vorliegend, zugänglich gemacht. Es handelt sich dabei um ein Schutzkonzept für Chorproben oder ein Schutzkonzept für Bildungsveranstaltungen.

Für Kinder- und Jugendlager in den Sommerferien ist die EKS daran, in Kooperation mit den Jugendverbänden (Jubla, Pfadi, Cevi) Schutzkonzepte zu erstellen. Bis zu den Sommerferien hat der Regierungsrat «jahrgangsübergreifende Projektwochen, Lager und Exkursionen» verboten. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Kirchenrat Ende Mai im Rahmen der Anpassung der Weisung ebenfalls alle Lager, Exkursionen und Ausflüge bis zu Beginn der Sommerferien untersagen wird.

Personalrecht
Angepasst wurden ferner die «FAQ Personalrecht». Sie wurden ergänzt insbesondere um Hinweise und Anpassungen betreffend Personen, die über 65 Jahre alt sind, und um Hinweise zur Ferienregelung.

Beerdigungen und Abdankungen
Die EKS hat mit dem BAG im Anschluss an die bundesrätliche Kommunikation vom 16. April eine Klärung bezüglich Beerdigungspraxis vorgenommen. Seit 27. April gilt: «Beerdigungen im Familienkreis» sind erlaubt, ab 11. Mai dann zusätzlich im «engen Freundeskreis». Es wird keine fixe Teilnehmerzahl genannt. Gemäss Erläuterung (S. 21, siehe https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/mt/k-und-i/aktuelle-ausbrueche-pandemien/2019-nCoV/covid-19-erlaeuterungen-zur-verordnung-2.pdf.download.pdf/Erlaeuterungen_COVID-19-Verordnung_2.pdf) ist die Begrenzung auf «10 ̶ 20 Personen» gestrichen. Es wird festgehalten, dass aufgrund der zwingenden Abstands- und Hygienevorschriften «einzig die Wahl der Örtlichkeit ein begrenzender Faktor» für die Teilnehmerzahl ist. Gemäss Erläuterungen wird empfohlen, dass sich die Verantwortlichen der Kirchgemeinde mit den Angehörigen der Trauerfamilie absprechen und aufgrund der örtlichen Gegebenheiten eine Teilnehmerzahl bestimmen. Als Richtgrösse wird angegeben: Es sollen «pro anwesender Person 4m2 Fläche zur Verfügung stehen». Die Erläuterungen schliessen mit dem Hinweis, dass je nach örtlichen Verhältnissen «auch Beerdigungen denkbar sind, an denen 30 oder 50 Personen teilnehmen». EKS und Kirchenrat empfehlen aber grundsätzlich eine zurückhaltende Praxis mit grossen Personenzahlen.
Bei den Downloads für Kirchgemeinden steht auch ein Standard-Schutzkonzept des BAG für Beerdigungen im Familienkreis zur Verfügung.

Urheberrecht
Die EKS hat mit der VG Musikedition eine Vereinbarung treffen können, die es den Kirchgemeinden erlaubt, im Rahmen von Live-Streams von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen gottesdienstlicher Art (bzw. Formate, die diese ersetzen) Liederblätter mit Noten und Texten einzublenden. Diese Regelung umfasst Einblendungen im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten (max. 72 Stunden) Übertragung. Die Regelung ist zunächst befristet bis zum 15. September. Liederblätter zum Download anzubieten ist leider nicht möglich – die VG Musikedition verfügt nicht über diese Rechte.

Die EKS hat ihren Kollektivvertrag mit der Suisa erweitert: Die Verbreitung von Gottesdiensten und gottesdienstähnlicher Gemeindeanlässe via Internet, Streaming etc. inklusive der darin enthalten Musikaufführungen ist neu durch den Vertrag abgedeckt – sofern die Anlässe nicht kostenpflichtig sind und kein Eintritt erhoben wird.

Sitzungen von Behörden
In den Weisungen des Kirchenrates vom 17. April ist für Sitzungen von Behörden eine Höchstzahl von 10 Teilnehmenden festgelegt. Diese Zahl ist als Richtgrösse zu verstehen. In der Verordnung des Bundesrates heisst es: «Sitzungen am Arbeitsplatz sind weiterhin erlaubt. Allerdings müssen die Teilnehmenden die Hygiene- und Verhaltensregeln einhalten (Hände waschen, keine Hände schütteln, Abstand halten). Die Anzahl der Sitzungsteilnehmerinnen und -teilnehmer ist zu beschränken. Als Referenzwert gilt ca. 4 m2 pro Person. Das bedeutet: In einem Sitzungszimmer von 4 x 8 Meter sollten nicht mehr als 8 Personen gleichzeitig anwesend sein.» Wenn die Raumverhältnisse es zulassen, sind demnach auch mehr als zehn Teilnehmende möglich.

Häuser GKD
In den Häusern der GKD (Hirschengraben 7 und 50, Blaufahnenstrasse 10 und 14) finden weiterhin und bis am 7. Juni 2020 grundsätzlich keinerlei Veranstaltungen statt. Das «Hirschli» und der Coworking Space «Blau10» bleiben geschlossen. Im Falle des Klosters Kappel als professioneller Gastronomie-Betrieb wird die Wiedereröffnung geprüft.

Kurs zu Verkündigung online
Aufgrund des Versammlungsverbots experimentieren viele Pfarrerinnen und Pfarrer mit Online-Predigten. Aber wie macht man das wirklich gut, so dass die Menschen auch erreicht werden? Aus- und Weiterbildung (A+W) bietet dazu einen Online-Kurs mit Pfarrer und Kommunikationsberater Martin Peier an. Er vermittelt Grundlagen, gibt Gelegenheit zum Üben an ausgewählten Formaten, und man bekommt professionelles Feedback: Verkündigung online - mit einem Klick nah oder nirgends. Training – Coaching - Performance. Die laufenden Module sind bereits ausgebucht. Ein neuer Zyklus beginnt voraussichtlich im Juli (siehe auch Handreichung "Gottesdienste und Musik online" bei den "Pandemie-Downloads für Kirchgemeinden").

Seelsorge
Die Ermöglichung von personenzentrierten Dienstleistungen ab 27. April lässt auch eine Öffnung bei der Seelsorge zu: Seelsorge-Gespräche mit physischer Anwesenheit sind auf Anmeldung in einem kirchlichen Amtsraum oder auf ausdrücklichen Wunsch besuchsweise unter Einhaltung der staatlichen Schutzmassnahmen möglich. Auf aufsuchende Seelsorge wird weiterhin verzichtet. Die Seelsorge in Alters- und Pflegeheimen ist im Einzelfall in Absprache mit der betreffenden Institution zu klären.

Konfirmationsfeiern
Grundsätzlich bleibt der Kirchenrat bei seinem Beschluss, Konfirmationsfeiern auf bis nach den Sommerferien zu verschieben, da die Situation für Gottesdienste für nach dem 8. Juni zurzeit offen ist. Für alternative Formen können dem Kirchenrat nach dem 8. Juni im Einzelfall Gesuche eingereicht werden.

Pfingstkollekte
Wie schon im Blick auf Ostern werden die Kirchgemeinden auch bei der Pfingstkollekte gebeten, ihre Mitglieder auf geeignete Weise zu einer Spende einzuladen. Mit der Pfingstkollekte werden reformierte Kirchgemeinden in der Schweiz und in Europa begünstigt, die selber nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Der Protestantisch-kirchliche Hilfsverein des Kantons Zürich bestimmt partnerschaftlich jedes Jahr die konkreten Projekte. Dieses Jahr werden u.a. der Religionsunterricht an den Tessiner Primarschulen sowie die Aussenrestauration der Reformierten Kirche Giarsun-Guarda im Unterengadin unterstützt.
Einzahlungen: PC 80-2434-0, IBAN: CH21 0900 0000 8000 2434 0, Protestantisch-kirchlicher Hilfsverein des Kantons Zürich, 8003 Zürich

Sie finden die Detailbestimmungen zu den vorstehenden und weiteren Themen in den angepassten Weisungen und Empfehlungen des Kirchenrates vom 18. März bzw. 30. April bei den Downloads für Kirchgemeinden: https://www.zhref.ch/themen/corona/corona-downloads-kirchgemeinden

Solidarität mit Menschen im Süden
Covid-19 bestimmt zurzeit den Alltag in unserem Land. Wie besorgniserregende Berichte zeigen, sind die Auswirkungen der Pandemie in Ländern des Südens jedoch viel verheerender als hierzulande. Damit deren Stimmen auch bei uns gehört und wahrgenommen werden, hat Brot für alle den Blog «Blick über den Gartenzaun» lanciert (https://brotfueralle.ch/blog). Wir laden Sie ein, diesen Blog weiterzuverbreiten.

Aus derselben Besorgnis heraus hat auch Mission 21 in den Sozialen Medien eine Solidaritätsaktion gestartet: Menschen sollen anderen Menschen mit Fotos, Videoclips, Texten usw. Mut machen und dies unter dem Hashtag ZeichenDerHoffnung verbreiten. Vorschläge und eine Anleitung finden sich hier: https://www.mission-21.org/informieren/news/detail/ein-zeichen-der-hoffnung-setzen

Unter dem Versammlungsverbot leiden insbesondere auch die Sammelkampagnen der Werke, so etwa die ökumenische Kampagne "Sehen & Handeln" von Brot für alle/Fastenopfer zum Thema Saatgut. Die Erträge aus dem traditionellen Rosenverkauf, den Suppentagen und Kuchenverkäufen entfallen und fehlen letztlich den Menschen, für die sie vorgesehen waren. Hinweise, wie die Kampagne online aufgenommen werden kann, finden sich auf der Website von Bfa: www.brotfueralle.ch. Der Kirchenrat bittet die Kirchgemeinden, deren Mitglieder zu einer separaten Spende aufzufordern und ggf. auch selber einen Beitrag aus ihren freien Reserven zu beschliessen und zu überweisen:
Postkonto 40-984-9 / IBAN CH95 0900 0000 4000 0984 9, Brot für alle, Bürenstrasse 12, 3007 Bern

Online-Angebote
Die «Reformierten Medien» haben eine neue Plattform aufgeschaltet: www.ref.ch/digitale-kirchen. Dort werden schweizweit Online-Predigten und Live-Gottesdienste gesammelt. Kirchgemeinden können hier ihre digitalen Angebote mit anderen teilen.

Der Pandemie-Stab der Landeskirche und die Gesamtkirchlichen Dienste haben zu weiteren Bereichen Hilfestellungen und Materialien zusammengestellt. Sie finden sie hier.

:: Downloads für Kirchgemeinden

:: Website des Bundes mit Weisungen

:: Website des Kantons Zürich mit Weisungen

:: Gebete