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Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie Covid-19

Stand 26. März

Ostern steht vor der Tür und damit eine weitere grosse Herausforderung im Umgang mit der Pandemie Covid-19 – gerade für uns als Kirche. Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz hat zusammen mit der Schweizerischen Bischofskonferenz vier gemeinsame Aktionen «Lichtblick Ostern» entwickelt: 

Die Aktion «Passionslicht» läuft bereits seit Mitte März: eine Kerze ins Fenster stellen und Gebet jeweils am Donnerstag um 20 Uhr.

Mit der zweiten Aktion werden die Kirchgemeinden zu einem schweizweiten und ökumenischen «Osterläuten» am Gründonnerstag um 20 Uhr und am Ostermorgen um 10 Uhr eingeladen.

In der dritten Aktion «Osterlicht» sind die Kirchgemeinden eingeladen, am Karsamstagabend vor der Kirche Osterlichter oder ein Osterfeuer anzuzünden (unter strikter Beachtung des Versammlungsverbots).

Die vierte Aktion «Osterhilfe» zur Unterstützung der Zehntausenden von Flüchtlingen aus dem Krieg in Syrien hat der Kirchenrat gleichzeitig zu einer kantonalen Kollekte erklärt. Er unterstützt sie selber mit CHF 10'000 aus dem Zwinglifonds.

Die genaueren Angaben zu den einzelnen Aktionen finden Sie auf der Webseite der EKS: www.evref.ch

TV- und Radio-Gottesdienste, Online-Angebote
SRF wird an den beiden kommenden Sonntagen, 29. März und 5. April, ausserplanmässig zwei ökumenische Feiern aus der Kirche St. Gallus in Zürich senden. Die halbstündigen Gottesdienste für Radio und Fernsehen gestalten Fraumünsterpfarrer Niklaus Peter und der kath. Pfarrer Alfred Böni. Die Gottesdienste werden um 10 Uhr auf TV SRF 1 sowie in Radio SRF 2 Kultur und SRF Musikwelle übertragen.

Am Karfreitag wird ebenfalls um 10 Uhr auf denselben Kanälen ein Gottesdienst übertragen. An Ostern ist um 10 Uhr die Übertragung eines evangelisch-reformierten TV-Gottesdienstes aus Martigny (in Übersetzung) vorgesehen. Ein Radiogottesdienst zu Ostern ist ebenfalls in Planung.

Die «Reformierten Medien» haben eine neue Plattform aufgeschaltet: www.ref.ch/digitale-kirchen. Dort werden schweizweit Online-Predigten und Live-Gottesdienste gesammelt. Kirchgemeinden können hier ihre digitalen Angebote mit anderen teilen.

Auch der Ökumenische Kreuzweg Zürich an Karfreitag wird online stattfinden: www.kreuzweg-zuerich.ch

Inserate-Kampagne
In Ergänzung zu den vielen lokalen Angeboten werden die Landeskirche und die Katholische Kirche mit Inseraten in den Medien des Kantons auf teils ökumenische, kantonale Angebote hinweisen, die der Öffentlichkeit für Seelsorge und Beratung zur Verfügung stehen. U.a. wird vom Team der Bahnhofkirche eine Hotline eingerichtet.

Beisetzungen
Artikel 6 Absatz 3 Buchstabe l der COVID-19-Verordnung 2 des Bundes erlaubt Beerdigungen im engsten Familienkreis. Die Vorgabe engster Familienkreis ist als Ausnahme vom Verbot der Ansammlung von mehr als fünf Personen zu verstehen. Demzufolge gibt es keine Vorgabe zur maximalen Anzahl anwesender Personen, solange sie zum engsten Familienkreis gehören. Es ist der Familie überlassen, zu entscheiden, wer zum engsten Familienkreis gehört – also z.B. Ehepartnerinnen, Lebenspartner, Kinder, Geschwister, Eltern etc. 10 bis 20 Personen scheinen eine angemessene Anzahl.

Da der Bundesrat diese Bestimmung erliess, bevor er Menschenansammlungen über 5 Personen verbot, stellte sich die Frage, ob die Ausnahmebestimmung für Beerdigungen weiterhin gilt. Die Direktion der Justiz und des Innern hat diese Frage mit dem Bundesamt für Justiz geklärt: Die Ausnahmebestimmung gilt auch unter den neuen, strengeren Bestimmungen. An Beerdigungen teilnehmen darf weiterhin der enge Familienkreis, auch wenn dieser 5 Personen übersteigt. Das Verbot von Menschenansammlungen von über 5 Personen ist hier nicht anwendbar.

Von landeskirchlicher Seite ist zu präzisieren, dass mit Beerdigungen Beisetzungen am Grab gemeint sind, die nicht gottesdienstähnliche Abdankungsfeiern sein können (vgl. Pt. 1.4 in den Weisungen und Empfehlungen der Kirchenrates vom 18. März). Auch das Ausweichen in die Friedhofskapelle oder in die Kirche sollte nur im Ausnahmefall, z.B. aufgrund meteorologischer Bedingungen, erfolgen.

Informationen vom 21. März:

Der Bundesrat hat die Situation in der Schweiz am Montag als «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiegesetz eingestuft und weitere Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie Covid-19 verordnet: Bis 19. April sind Veranstaltungen verboten sowie Läden, Restaurants und Freizeitbetriebe geschlossen.

Für die Landeskirche und die Kirchgemeinden heisst dies in Ergänzung zu den bereits kommunizierten Weisungen und Empfehlungen bis mindestens 30. April ab sofort Folgendes:

  • Es finden keine Gottesdienste sowie gottesdienstlichen Veranstaltungen und (Abendmahls-)Feiern statt.
  • Das sonntägliche Einläuten des Gottesdienstes mit den Kirchenglocken kann im Sinne einer «Versammlung im Geiste» beibehalten werden. Auf jegliche weitere Formen von aussergewöhnlichem Glockenläuten ist hingegen zu verzichten.
  • Beerdigungen dürfen durchgeführt werden (vom Bundesrat explizit erwähnt), aber nur im engsten Familienkreis (Beerdigungen sind von der Fünf-Personen-Regel ausgenommen). Gedenk- und Erinnerungsfeiern können zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
  • Taufen und Trauungen werden verschoben.
  • Konfirmationen werden bis mindestens auf die Zeit nach den Schulsommerferien 2020 verschoben.
  • Es finden keinerlei kirchliche Veranstaltungen statt (Vorträge, Hauskreise, Treffpunkte, Konzerte, Kirchgemeindeversammlungen, Reisen, Lager usw). Veranstaltungen sowie Lager und Reisen, die nach dem 30 April vorgesehen sind und für die bis zu diesem Zeitpunkt Vorbereitungen nötig sind, die nicht auf dem Korrespondenzweg erledigt werden können, sind abzusagen.
  • Den Kirchgemeinden wird empfohlen, die Kirchen offen zu halten, um den Menschen die persönliche Andacht weiterhin zu ermöglichen. Auch dies wurde vom Bundesrat explizit erwähnt und zeugt von einem grossen Vertrauensbeweis gegenüber den Kirchen! Die Kirchgemeinden haben jedoch sicherzustellen, dass keine spontanen «Schatten-Veranstaltungen» stattfinden, und es dürfen sich nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig in der Kirche aufhalten.
  • Es werden keine religionspädagogischen Unterrichtseinheiten oder entsprechende Veranstaltungen durchgeführt. Verbindliche religionspädagogische Module, die in diesem Zeitraum stattgefunden hätten, gelten als besucht und müssen von den Kindern und Jugendlichen nicht nachgeholt werden.
  • Sitzungen von kirchlichen Behörden und Gremien unter physischer Anwesenheit von Personen finden nur statt, soweit sie aus zeitlichen und sachlichen Gründen zwingend sind, nicht mehr als 10 Personen umfassen und die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleistet ist.
  • Die Pfarrämter stellen die persönliche Erreichbarkeit einer Pfarrerin oder eines Pfarrers sicher, mindestens von Montag bis Samstag in der Zeit zwischen 8 und 20 Uhr.
  • Die Pfarrämter und die weiteren Dienste der Kirchgemeinden nehmen die Seelsorge in erster Linie telefonisch oder mittels anderer elektronischer Medien wahr. Ausnahmsweise können Seelsorgegespräche mit physischer Anwesenheit stattfinden, sofern die massgebenden Anordnungen und Empfehlungen der staatlichen Behörden eingehalten werden. Soweit Spitäler und andere Institutionen über ein eigenes Pfarramt verfügen, nimmt dort ausschliesslich dieses die Seelsorge wahr.
  • Die Kirchenpflegen sorgen dafür, dass Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Angestellte soweit als möglich im Homeoffice arbeiten und möglichst auf Dienstreisen verzichten.
  • Die Kirchenpflegen, Pfarrämter und Organe der kirchlichen Bezirke stellen ihre Erreichbarkeit gegenüber dem Kirchenrat, den Bezirkskirchenpflegen, den Dekaninnen und Dekanen sowie den staatlichen Behörden sicher.
  • Investitionsvorhaben ins Verwaltungsvermögen, die nicht der Abwendung von unmittelbar drohendem Schaden dienen, sind zu verschieben.
  • Die Evangelische Kirche Schweiz EKS hat ihren Kollektivvertrag mit der Suisa aufgrund der schwierigen Lage und dem vermehrten Bedarf nach digitalen Angeboten erweitert. Sie hat kürzlich mitgeteilt, dass die Verbreitung von nicht öffentlichen Gottesdiensten via Internet, Streaming etc. inklusive der darin enthalten Musikaufführungen durch den Kollektivvertrag mit der Suisa abgedeckt ist.

Die Termindifferenz zur Verordnung des Bundesrates hat mit den unterschiedlichen Feriendaten in den Kantonen zu tun. Am 19. April enden die Schulferien im Kanton Bern. Im Kanton Zürich liegt dieses Datum aber mitten in den Ferien. Der Pandemie-Stab der Landeskirche erachtet es deshalb als zweckmässig, die Frist bis zum Ende der Zürcher Schulferien am 26. April bzw. grad eben bis Ende April zu verlängern. Dies auch im Blick darauf, dass auch Veranstaltungen nach dem 19. April schon vorher vorbereitet werden müssten, was unter den gegebenen Einschränkungen schwierig ist.

Der Pandemie-Stab der Landeskirche und die Gesamtkirchlichen Dienste haben zu weiteren Bereichen Hilfestellungen und Materialien zusammengestellt. Sie finden sie hier.

Zum Tag der Kranken am 1. März 2020, der auch im Zeichen der Sorge rund um die Ausbreitung des Corona-Virus stand, hat der Kirchenrat folgendes Gebet veröffentlicht:

Ewiger Gott
Am heutigen Tag der Kranken legen wir Dir ganz besonders alle unsere Lieben und Bekannten ans Herz, die von einer Krankheit und von Gebrechlichkeit heimgesucht wurden. Leg Deinen schützenden Mantel um sie.
Wir beten auch für die Gesunden, die mit beiden Beinen im Leben stehen.
Gib ihnen das Sensorium für die Bedürfnisse der kranken Menschen und die Kraft, dort zu handeln, wo Menschen sie brauchen.
Wir beten für alle, die behandelnd, pflegend, begleitend an der Seite von Kranken stehen und dabei oft an die Grenzen ihrer eigenen Gesundheit gehen.
Stärke sie für die Herausforderungen, denen sie sich stellen. Wir danken dir für sie alle!
Wir sind beunruhigt und besorgt um das Virus, das sich in mehreren Ländern schnell ausbreitet und nun auch unsere Behörden zum Handeln zwingt.
Es zeigt, wie fragil unsere Gesundheit und unsere dicht vernetzte Welt ist, und wie schnell wir als Einzelne und als Gesellschaft bedroht sind.
Gib den Verantwortlichen in Regierungen, Unternehmungen und nicht zuletzt Religionsgemeinschaften die nötige Weisheit im Treffen der Entscheidungen, und uns allen die nötige Besonnenheit.
Lass uns als Gesellschaft zusammenstehen und solidarisch bleiben.
Und schliesslich wollen wir nicht vergessen, dass in vielen Ländern die Menschen Krankheiten viel ungeschützter ausgeliefert sind und kaum medizinische Einrichtungen haben, auf die sie zurückgreifen können.
Wir denken insbesondere an Menschen in Flüchtlingslagern und in Armut und Krieg.
Ihr Elend schreit zum Himmel und macht uns selber sprachlos.
Unser Gebet verbindet uns mit ihnen und erinnert uns, dass ihr Elend uns nicht gleichgültig bleiben darf.
Ewiger Gott wir vertrauen uns Dir an und bitten Dich im Namen unseres Heilandes Jesus Christus, dass Du uns hörst.
Amen

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