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Aktuelle Informationen zur Pandemie

Stand 30. Juni

Der Bundesrat hat am 23. Juni  die nächsten Öffnungsschritte bezüglich Pandemie bekannt gegeben. Die neuen Bestimmungen sind am 26. Juni in Kraft getreten. 

Maskenpflicht
Die Maskenpflicht im Freien wird aufgehoben. In den öffentlich zugänglichen Aussenbereichen von Einrichtungen – also auch Kirchen und Kirchgemeindehäusern – muss keine Schutzmaske mehr getragen werden. Ebenfalls aufgehoben ist die Maskenpflicht auf der Sekundarstufe II. Auch am Arbeitsplatz gilt keine grundsätzliche Maskenpflicht mehr; der Entscheid liegt bei der jeweiligen Arbeitgeberin (Landeskirche oder Kirchgemeinde). Grundsätzlich empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG), überall dort weiterhin eine Maske zu tragen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

Einsatz des Covid-Zertifikats
Der Bundesrat hat den Einsatz des Covid-Zertifikats in drei Bereiche unterteilt. Beim ersten, sog. «grünen Bereich» handelt es sich um «Bereiche des alltäglichen Lebens», in denen der Einsatz der Zertifikats von Rechts wegen ausgeschlossen ist. Dazu gehören beispielsweise Gottesdienste oder Kirchgemeindeversammlungen.

In einem zweiten, «orangen Bereich» ist der Einsatz des Covid-Zertifikats nicht vorgeschrieben, es kann jedoch optional eingesetzt werden, d.h. der Zugang wird auf Personen mit einem Zertifikat beschränkt. Kommt dies zur Anwendung, entfallen Teilnehmenden- und Kapazitätsbeschränkungen sowie  Maskenpflicht und Konsumationsvorgaben. – EKS und Kirchenrat empfehlen jedoch, von dieser Möglichkeit nur zurückhaltend Gebrauch zu machen, um Menschen nicht prinzipiell von kirchlichen Angeboten auszuschliessen. Möglich ist aber, dass Teilnehmende sich situativ z.B. auf das Ablegen der Masken verständigen, wenn festgestellt werden kann, dass alle Anwesenden über ein Zertifikat oder ein aktuelles Testergebnis verfügen oder von Covid genesen sind.

Im dritten, «roten Bereich», ist der Einsatz des Zertifikats zwingend. Er ist für Landeskirche und Kirchgemeinden aber von minderer Bedeutung, da er für Grossanlässe (ab 1'000 Personen) und spezifische Einrichtungen wie Clubs und Discos vorgesehen ist.

Gottesdienste und Veranstaltungen
Mit der neuen Verordnung gelten Gottesdienste nicht mehr als separate Kategorie und unterliegen somit denselben Auflagen wie Veranstaltungen. Da Zertifikate gemäss oben nicht eingesetzt werden dürfen, gelten folgende Bestimmungen: Es dürfen max. 1'000 sitzende Personen oder 250 stehende Personen (drinnen) bzw. 500 Personen (draussen) teilnehmen. Zudem gilt eine Kapazitätsbeschränkung auf zwei Drittel der verfügbaren Plätze (sowohl drinnen wie auch draussen). Die Plätze sind so anzuordnen, dass mindestens ein Platz freigehalten oder zwischen den Sitzplätzen ein gleichwertiger Abstand eingehalten wird.

Wird bei weiteren Veranstaltungen von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Zugang zu einem Angebot auf Personen mit Zertifikat zu beschränken, ist dies vorab von der Kirchenpflege zu bewilligen. Zudem muss festgehalten werden, wie die Kontrolle der Zertifikate durchgeführt wird und wer dafür zuständig ist.

Chorsingen
Auftritte von Chören in Innenräumen sind erlaubt. Es müssen beim Chorsingen – auch bei Auftritten – weder Schutzmasken getragen noch Abstände eingehalten. Dagegen sind von den Sängerinnen und Sängern die Kontaktdaten zu erheben und es muss eine wirksame Lüftung vorhanden sein. – EKS und Kirchenrat empfehlen, diese offenen Vorgaben zum Chorgesang vor Publikum nur sehr zurückhaltend anzuwenden und weitergehende Schutzmassnahmen beizubehalten (inbesondere eine grosse Distanz zur Gemeinde).

Konsumation
Die Beschränkung der Anzahl Gäste pro Tisch entfällt. Es gilt aber weiterhin Maskenpflicht, wenn man nicht am Tisch sitzt (nur Innenbereich). Auch die Kontaktdaten müssen weiterhin erfasst werden.

Homeoffice
Die bisherige Homeoffice-Pflicht gilt nicht mehr; sie wird durch eine Empfehlung abgelöst.

Abendmahl
Das Feiern des Abendmahles ist seit dem Eidg. Dank-, Buss- und Bettag vom 20. September wieder möglich. Das Pfarramt kann aber nach Absprache mit der Kirchenpflege auf die Durchführung verzichten. Möglich sind sowohl das wandelnde Abendmahl wie auch die Austeilung am Platz. In jedem Fall hat die Einnahme aber am Sitzplatz zu erfolgen. Folgende Regelungen sind zu beachten:

- Das Pfarramt entscheidet in Absprache mit der Kirchenpflege über die Form des Abendmahls.
- Auf Gemeinschaftskelche ist generell zu verzichten.
- Das Abendmahlsbrot ist vorbereitet und zugeschnitten. Bei der Vorbereitung und beim Zuschneiden des Brotes sind Handschuhe und Gesichtsmasken zu tragen; das Personal in den Kirchgemeinden ist entsprechend zu instruieren. Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Helferinnen und Helfer (oder Liturginnen und Liturgen) desinfizieren vor der Austeilung gegenüber der versammelten Gemeinde sichtbar ihre Hände. Bei Bedarf können Handschuhe verwendet werden. Dem gottesdienstlich-liturgischen Rahmen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
- Die Schale mit dem Abendmahlsbrot kann seitlich (abseits der Sprechrichtung) aufgestellt werden, das Brot mit einer kleinen Brotzange in die Hände gereicht werden. In kleineren Gemeinschaften können Abendmahlsbrot und Einzelkelche in Einzelportionen auf dem Gabentisch bereitgestellt werden.
- Wo es die räumlichen Verhältnisse zulassen, ist eine Austeilung mit entsprechendem Abstand zu erwägen. Beim wandelnden Abendmahl ist auf die Abstandsregeln aufmerksam zu machen.
- Spendeworte werden nur mit Schutzmaske gesprochen.
- Die liturgische Einbettung des Abendmahls im Gottesdienst ist so zu gestalten, dass Gemeindeglieder, die nicht daran teilnehmen wollen, sich nicht herabgesetzt fühlen.
- Die Kirchgemeinde ist – bspw. via Website – über die Form des Abendmahls im Voraus zu informieren.
Diese Regelungen sind mit den Dekaninnen und Dekanen abgesprochen. Es sollen damit am Bettag und am Reformationssonntag vorerst Erfahrungen gesammelt werden.

Gesangbücher
Gesangbücher dürfen wieder verwendet werden, sofern sichergestellt ist, dass jedes Ex. nicht mehr als von 1 Person in die Hand genommen wird und dass die Bücher anschliessend für 1 Woche weggeschlossen oder desinfiziert werden.

Religionsunterricht
Auf allen Stufen der Volksschule sind freiwillige Unterrichtsangebote wie Freifächer und Kurse, Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK), freiwilliger Religionsunterricht, freiwilliger Schulsport wieder klassenübergreifend und im Präsenzunterricht möglich. Ebenfalls auf allen Stufen der Volksschule wieder zulässig sind Musikunterricht und musikalische Aktivitäten, insbesondere darf auch wieder in klassenübergreifenden Gruppen gesungen und musiziert werden.» Demnach ist auch der kirchliche Religionsunterricht, der in schulischen Räumlichkeiten durchgeführt wird, wieder möglich.  

Das Verwaltungsgericht hat am 3. Juni die aufschiebende Wirkung von Rekursen gegen die Maskentragpflicht für Schulkinder ab der 4. Klasse der Primarschule wiederhergestellt. Die Maskentragpflicht für Schulkinder an der Primarschule im Kanton Zürich ist damit bis zu einem endgültigen Entscheid in der Sache ausgesetzt. Auf die Maskentragpflicht an den Oberstufen hat dieser Entscheid keinen Einfluss.

Maskentragpflicht
In Kirchen, Kirchgemeinde- und Pfarrhäusern bzw. in jenen Räumlichkeiten darin, die öffentlich zugänglich sind, ist das Tragen von Schutzmasken weiterhin obligatorisch. Diese Vorschrift gilt für die Aussenbereiche kirchlicher Einrichtungen nicht mehr.

Hinsichtlich Maskentragpflicht bei Vortragenden in Gottesdiensten lässt das BAG diesbezügliche Ausnahmen explizit zu: Vortragende in Predigt, Lesung, Musik (als Vorsingende auch Pfarrpersonen) sind von der Maskentragpflicht ausgenommen. Sie müssen die Maske aber bis unmittelbar vor dem Einsatz tragen und auch unmittelbar danach wieder aufsetzen.

Weiter ist in Kirchgemeinden die Frage aufgekommen, wie mit Personen umgegangen werden soll, die einen Dispens von der Maskentragpflicht haben bzw. ein entsprechendes Attest vorweisen können. Der Kirchenrat empfiehlt, das Dilemma zwischen Diskriminierung der Betroffenen und Schutz der anderen nicht einseitig in Richtung einer generellen Erlaubnis oder eines generellen Verbots aufgelöst werden sollte. Vielmehr dürfte es sinnvoll sein, im Einzelfall zu prüfen, was den jeweiligen Verhältnissen angemessen ist (siehe dazu auch das Merkblatt des BAG bei den Pandemie-Downloads). Das kann bei einer Kleingruppe von fünf Personen das Einverständnis der anderen Teilnehmenden sein oder die Auflage, dass diese nicht zur Risikogruppe gehören dürfen. Bei Gottesdiensten könnten Personen ohne Maske separat gesetzt werden (z.B. auf die Empore).

Kontaktdaten
Zu den obligatorischen Kontaktdaten gehören Name, Vorname, Telefonnummer und Postleitzahl. Je nach Art der Veranstaltung kommen auch Ort des Sitzplatzes oder Anwesenheitszeit in Frage. Die Kontaktdaten müssen während 14 Tagen aufbewahrt werden. Bei Familien oder anderen Teilnehmer- oder Besuchergruppen, die nachweislich untereinander bekannt sind, genügt die Erfassung der Kontaktdaten von nur einer Person.

Kirchgemeindeversammlungen
Kirchgemeindeversammlungen sind von der Personen-Begrenzung ausgenommen. Der Kirchenrat empfiehlt jedoch, Versammlungen auf die dringlichen Traktanden zu beschränken, um sie zeitlich kurz halten zu können.

Behördensitzungen
Die Bestimmung, wonach sich Exekutiven und Legislativen ohne Zahlenbegrenzung treffen dürfen, gilt ebenfalls weiterhin. Zu beachten ist aber – den neu geltenden Bestimmungen für Homeoffice entsprechend –, dass unabhängig vom Einhalten der Abstände in jedem Fall Masken getragen werden müssen.

Risikogruppen
Gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG ist ein «besonderer Schutz von Personen ab 65 Jahren oder mit bestimmten Grunderkrankungen am Arbeitsplatz über die grundlegenden Schutzmassnahmen hinaus nicht mehr notwendig. Es gilt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.»

Seelsorge
Die Seelsorge in Spitälern und Heimen erfolgt im Rahmen der Regelungen der betreffenden Institution. Die Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer sind aufgefordert, mit den von ihnen betreuten Institutionen Kontakt aufzunehmen und die Möglichkeiten zu klären. Von der Gesundheitsdirektion des  Kantons Zürich u.a. liegt ein entsprechendes Merkblatt vor. Aufsuchende Seelsorge ist unter Berücksichtigung der erforderlichen Schutzmassnahmen möglich.

Alternativangebote in Kirchgemeinden
Die zu Beginn der Pandemie zur Verfügung gestellte Ideenliste für alternative Gemeindeangebote ist mittlerweile in ein stehendes bzw. weiter auszubauendes Angebot überführt worden ist. Etliche der originellen und erfolgreichen Projekte verdienen auch in Zukunft Nachahmung: https://www.zhref.ch/einfallsreiches

Urheberrecht: Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS hat die mit der Suisa getroffene Vereinbarung so lange verlängert, wie es coronabedingte Einschränkungen des Gemeindelebens gibt. Die Gemeinden dürfen also Gottesdienste und ähnliche Formate im Internet übertragen und dabei Musik uneingeschränkt nutzen.Bis Ende 2021 verlängert wurde die Vereinbarung mit der VG Musikedition, die es den Kirchgemeinden erlaubt, im Rahmen von Live-Streams von Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen gottesdienstlicher Art (bzw. Formaten, die diese ersetzen) Liederblätter mit Noten und Texten einzublenden. Diese Regelung umfasst Einblendungen im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten Übertragung. Die Liederblätter und Noten dürfen jedoch nicht zum Download angeboten werden, da die VG Musikedition nicht über diese Rechte verfügt.

Zu beachten ist allerdings, dass für die Nutzung geschützter literarischer Texte (Gedichte, Gebete etc.) und Bilder die Rechte jeweils separat eingeholt werden müssen. Hier gibt es leider keine Möglichkeit, einen Gesamtvertrag abzuschliessen.

Hilfe national und international
Die EKS hat ihre Zusammenstellung von Hilfsangeboten aktualisiert (https://www.evref.ch/themen/coronavirus/psychische-unterstuetzung-in-der-corona-krise/). Auch die ökumenische Hilfs-Kampagne der Zürcher Kirchen, «Wenn beten alleine nicht reicht», läuft nach wie vor.

Die Pandemie offenbart in aller Deutlichkeit die oft prekären Lebensumstände von Millionen Menschen weltweit. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS hat deshalb bereits 2020 zahlreiche seiner Projekte im In- und Ausland den spezifischen Erfordernissen dieser Krise angepasst. Mit der nationalen Kampagne «Zusammenhalten beim Abstand halten» ruft HEKS die Schweizer Bevölkerung nun ein weiteres Mal zur Solidarität mit jenen Menschen auf, die von den Folgen des Virus besonders hart getroffen werden. Weitere Infos: https://www.heks.ch/corona-pandemie

Die Detailbestimmungen zu den vorstehenden und weiteren Themen finden sich in den angepassten Weisungen und Empfehlungen des Kirchenrates vom bei den Downloads für Kirchgemeinden: https://www.zhref.ch/themen/corona/corona-downloads-kirchgemeinden

:: Downloads für Kirchgemeinden

:: Website des Bundes mit Weisungen

:: Website des Kantons Zürich mit Weisungen

:: Gebete