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Bruno Kleeb wird neuer Kirchenrat

Die reformierte Kirchensynode hat Bruno Kleeb am 23. März 2021 in den Kirchenrat gewählt. Er setzte sich mit 62 Stimmen gegen Philipp Nussbaumer durch.

Mit Bruno Kleeb wählte die Kirchensynode den offiziellen Kandidaten der Evangelisch-kirchlichen Fraktion für den seit dem Rücktritt von Daniel Reuter vakanten Sitz in der siebenköpfigen Exekutive der Zürcher Landeskirche. Kleeb, wohnhaft in Bauma, war bis zu seiner Wahl Präsident der Geschäftsprüfungskommission der Kirchensynode. Dem kantonalen Kirchenparlament gehört er seit 2006 an. In seiner Rede zur Wahlannahme betonte Kleeb, der dieses Jahr 50 Jahre alt wird, dass er unbeirrt das Evangelium verkünden wolle und dass er auf andere Meinungen hören und auf gemeinsame, tragfähige Lösungen hinarbeiten möchte. Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg sei ihm wichtig. 

Während der Debatte bemängelten einige Votanten, dass die Kandidatur von Philipp Nussbaumer, anders als jene von Bruno Kleeb, nicht in offiziellen Hearings geprüft werden konnte. Andere hoben hervor, dass mit Nussbaumer nun eine echte Wahlmöglichkeit vorliege und dass die Konkordanz im Kirchenrat und der Anspruch der Evangelisch-kirchlichen Fraktion auf einen Sitz nicht in Frage gestellt sei. Nussbaumer ist ebenfalls Mitglied der Evangelisch-kirchlichen Fraktion und seit 2015 Synodaler. Er ist Geschäftsführer der reformierten «Streetchurch» in der Stadt Zürich. Letztlich entfielen insgesamt 45 Stimmen auf den 36-jährigen Familienvater.

Bei den weiteren Wahlgeschäften entschied sich die Kirchensynode für Peter Nater als zweiten Sekretär der Kirchensynode. Carola Heller wurde in die Geschäftsprüfungskommission gewählt. 

Die Kirchensynode erhält eigenständiges Sekretariat

Mit einer Revision ihrer Geschäftsordnung hat die Kirchensynode die Voraussetzung für die Errichtung eines eigenen Sekretariats geschaffen. Bislang nahmen diese Aufgaben der Stabsdienst unter der Leitung des Kirchenratsschreibers wahr. Die Schaffung eines eigenen und um einige Aufgaben erweiterten Parlamentsdienstes sorgt einerseits für eine klare Trennung zwischen Legislative und Exekutive und andererseits für ein besseres Gleichgewicht zwischen der milizmässig organisierten Kirchensynode und den professionell geführten Gesamtkirchlichen Diensten.

Der Kirchenrat befürwortete den vom Büro der Kirchensynode vorbereiteten Vorstoss. Die Synodalen unterstützten das Geschäft in eigener Sache klar. Es ist geplant, dass die Stelle (60%) diesen Sommer besetzt werden und der Parlamentsdienst seine Tätigkeit in zweiten Halbjahr 2021 aufnehmen kann. 

Wie gut läuft der Reformprozess?

Im Rahmen einer Aussprache hatte die Kirchensynode die Möglichkeit, sich zum Prozess KirchGemeindePlus zu äussern. Seit 2012 ist die Reformierte Kirche des Kantons Zürich unter diesem Prozesstitel auf dem Weg, sich zukunftsfähiger auszurichten: Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden sollen Kräfte bündeln und neue Räume schaffen, damit die Kirche das Gemeindeleben vielfältig gestalten kann. Grundlage für die Aussprache war ein Zwischenbericht einer externen wissenschaftlichen Begleitforschung. Nadja Boeck, Religiös-soziale Fraktion, und weitere Votantinnen und Votanten mahnten an, Kirchgemeindezusammenschlüsse auch nach erfolgter Fusion zu unterstützen. Der Integrationsprozess brauche Zeit und Ressourcen. Andere Synodale forderten den verstärkten Einbezug der Mitarbeitenden, nicht nur der Pfarrschaft.

Rita Famos zu Gast in Bülach

Um die Abstandsregeln in Zeiten der Pandemie einhalten zu könnten, tagte die Kirchensynode wiederum in der Stadthalle Bülach statt im Rathaus in Zürich. Der Bülacher Stadtpräsident Marc Eberle nahm dies zum Anlass, das reformierte Kirchenparlament in seiner Stadt zu begrüssen. Die Kirche habe gerade in diesen Krisenzeiten eine entscheidende Aufgabe zu erfüllen. «Die Menschen brauchen die Gute Nachricht», sagte Eberle.

Auch Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, stattete der Kirchensynode einen Besuch ab. Pfarrerin Rita Famos war einst selber Mitglied der Zürcher Kirchensynode und langjährige Abteilungsleiterin für den Bereich der Spezialseelsorge der Zürcher Landeskirche. In ihrem Grusswort wünschte sie den Synodalen Mut und Gelassenheit in diesen herausfordernden Zeiten: «Wir sind weder gerufen, systemrelevant zu sein, eine Kirche zu retten oder Mitgliederzahlen zu bewirtschaften. Wir sind gerufen, in der Nachfolge Jesu Christi die Gute Nachricht, das Evangelium zu verkünden», sagte die seit Anfang amtierende EKS-Präsidentin.


Stichworte zu Bruno Kleeb

Bruno Kleeb wird dieses Jahr 50-jährig, ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Er wuchs im Zürcher Oberland auf. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Schreiner für Möbel und Innenausbau. In den 90er-Jahren besuchte er die Fachhochschule Aarau und schloss als Sozialpädagoge FH ab. Er arbeitete als Arbeitstherapeut in einer Wiedereingliederungsstätte, als Personalberater beim RAV und als Amtsvormund bei der Stadt Wetzikon. Seit mehr als 12 Jahren ist er Leiter des Alters- und Pflegeheims Böndler in seiner Wohngemeinde Bauma.


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