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Neuwahlen Kirchensynode

2023 finden Neuwahlen für die Kirchensynode statt.

Wer Mitglied im Kirchenparlament wird, stellt die Weichen für die Kirche der Zukunft.

Wie bewirbt man sich?

Und wie wird man gewählt?

Ein kleines Abc der Kirchenpolitik und ein Motivationsschreiben für eine Bewerbung.
Von Christian Schenk


Die Zahl ist eindrücklich: Gut 100 Millionen Franken beträgt das jährliche Budget der Zentralkasse der Landeskirche. Wie die Gelder verwendet werden, darüber befindet ein Gremium, das einer breiten Öffentlichkeit und oftmals auch vielen Mitgliedern der Kirche wenig bekannt ist: die Kirchensynode, die Legislative der Landeskirche.

123 Mitglieder zählt das Parlament, das darüber befindet, wie diese Gelder verwendet werden. Die Synodalen wählen ausserdem den siebenköpfigen Kirchenrat, die Exekutive, und sie beaufsichtigen dessen Geschäftsführung. Auch inhaltlich-theologisch stellen sie Weichen: Ihnen obliegt unter anderem die Beschlussfassung über Bibelübersetzung, Liturgie und Gesangbuch. Die Synodalen erlassen und ändern zuhanden der Stimmberechtigten die Kirchenordnung und fassen Beschlüsse, die für alle Kirchgemeinden verbindlich sind.


Wählbar ab 18


Bei dieser Fülle an Mitsprache lohnt sich eine frühe Information darüber, wie man Mitglied dieses Gremiums werden kann, wenn diesen Herbst die Ausschreibung zur Anmeldung für Kandidaturen erfolgt. Die formalen Hürden sind tief: Wählbar sind alle reformierten Stimmberechtigten, die das 18. Altersjahr vollendet haben. Melden kann man sich selbst oder sich vorschlagen lassen. Kandidierende brauchen für ihren Wahlvorschlag die Unterschrift von mindestens 15 Stimmberechtigten des Wahlkreises, die damit den Vorschlag unterstützen.

Es ist auch möglich, sich von einer Wählerversammlung oder von einer politischen Partei nominieren zu lassen. Gewählt wird alle vier Jahre – das nächste Mal im März 2023 - im Majorzsystem in einem der 18 Wahlkreise.


Gute Wahlchancen


Der Andrang der Anwärterinnen und Anwärter ist jeweils überschaubar. Bei der letzten Erneuerungswahl der Kirchensynode stellten sich nur in fünf Wahlkreisen mehr Kandidierende auf, als Sitze zu vergeben waren. Anders als bei politischen Parlamenten müssen sich Kandidierende nicht festlegen, welcher Fraktion sie sich bei einer Wahl anschliessen werden. Sie tun dies gewöhnlich erst
nach der Wahl. Gerade dieser Punkt gibt immer wieder zu reden. Schliesslich stehen die Fraktionen für ein jeweils sehr unterschiedliches Programm und Profil der Kirche. Um den Stimmberechtigten die Einordnung zu erleichtern, konnten sich Kandidierende bei den letzten Wahlen jeweils auf der Homepage der Landeskirche kurz vorstellen. Dies ist auch für die nächsten Wahlen vorgesehen.


Für die Wahlen werben


Die Wahl der Kirchensynode ist ein wichtiger demokratischer Prozess. Ihr Ausgang beeinflusst die Zukunft der Landeskirche massgeblich. Damit alle Kirchenmitglieder sich daran beteiligen können, müssen sie auf verschiedenen Kanälen über die
Aufgabe der Kirchensynode, das Wahlprozedere sowie die Kandidatinnen und Kandidaten informiert werden. Hier sind auch die Kirchenpflegen und die Bezirkskirchenpflegen gefragt. Sie können auf verschiedenen Kanälen auf das Wahlprozedere hinweisen und beispielsweise auf der Website der Kirchgemeinde oder auf der Gemeindeseite («reformiert.lokal») darauf aufmerksam machen.

Wichtig ist dabei, dass die Behörden sich neutral verhalten und den Kandidatinnen und Kandidaten Chancengleichheit bei der Präsentation einräumen. Im Gegensatz zu Kirchenpflegen sind die Fraktionen frei, Kandidierende für eine Wahlteilnahme
zu motivieren. Sie bieten sich auch an als Auskunftspersonen für Interessentinnen und Interessenten. Wie der Parlamentsbetrieb läuft, kann man sich überdies demnächst wieder live anschauen.


Vorläufiger Fahrplan



Auch BKP wird gewählt


Neben der Gesamterneuerungswahl der Kirchensynode sind auf die Amtsdauer 20232027 auch die Bezirkskirchenpflegen (BKP) neu zu bestellen. Diese zwölf regionalen Behörden fördern und beaufsichtigen das kirchliche Leben im Bezirk. Sie beraten und begleiten die Kirchgemeinden sowie deren Behörden und Mitarbeitende. Bei Spannungen und Konflikten in den Kirchgemeinden sind
sie vermittelnd tätig. Sie wachen darüber, dass Behörden und Organe sowie Pfarrerinnen, Pfarrer und Angestellte in ihrem behördlichen, amtlichen und dienstlichen Handeln ihre Pflichten gewissenhaft und rechtmässig erfüllen. Als Rechtsmittelinstanz
entscheiden sie Rekurse gegen Beschlüsse der Kirchgemeinden und der Kirchenpflegen. Jede Bezirkskirchenpflege wird von den Stimmberechtigten des kirchlichen Bezirkes für eine Amtsdauer von vier Jahren an der Urne gewählt, sofern nicht eine
stille Wahl zustande kommt.


Fahrplan und Infos Gesamterneuerungswahlen BKP

  • August 2022: Publikation Wahlanordnung durch Bezirksräte, Beginn Vorverfahren
  • Oktober 2022: Publikation prov. Wahlvorschläge
  • November 2022: Publikation definitive Wahlvorschläge, Erklärung stille Wahl oder Anordnung Urnenwahl
  • 12. März 2023: 1. Wahlgang Urnenwahl
  • 18. Juni 2023: 2. Wahlgang Urnenwahl
  • Interessierte erhalten Auskunft beim jeweiligen Präsidium der BKP: zhref.ch/organisation/landeskirche/bezirke