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Kompetenzstrukturmodell: Die wichtigsten Details

Kompetenzstrukturmodelle in sieben Minuten verstehen

Die Zürcher Landeskirche hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufs­gruppen­ und Behördenvertretungen Kompetenzstrukturmodelle für alle kirchlichen Berufe sowie Behördenmitglieder entwickelt. Für die Pfarrpersonen gibt es bereits seit 2016 ein solches Modell. Alle nun vorliegenden Kompetenzstrukturmodelle lehnen sich an dieses Grundmodell an, das auf der Theorie der «Big Five», einem breit validierten Persönlichkeitsmodell, basiert. Die Kompetenzen werden fünf Dimensionen zugeordnet und mit entsprechenden Farben markiert.

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In diesem Modell wird der Begriff «Kompetenz» als Verbindung von Fachwissen, Können (Fähigkeiten / Fertigkeiten) und motivationalen Elementen (Umsetzungsbereitschaft, Ausdauer, Belastbarkeit) definiert. Eine Kompetenz wird also nur sichtbar in konkreten Handlungen, die eine Berufsperson in ihrer Praxis ausführt. Das Kompetenzstrukturmodell ist nicht ein Forderungskatalog, der von allen erfüllt werden muss, sondern ein Orientierungsrahmen, der für alle kirchlichen Berufsgruppen und Behördenmitglieder ein wissensbasiertes, kompetentes Handeln beschreibt.

Kompetente Mitarbeitende und Behördenmitglieder sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der reformierten Kirche. Mit ihren Kompetenzen können sie auch ungewohnte, komplexe Situationen kreativ bewältigen. Denn genauso wie das kirchliche Umfeld in stetiger Entwick­lung ist, sind auch die Kirche und ihre Berufs-­ und Führungspersonen gefordert, sich zu entwickeln und die Chancen der Veränderung zu nutzen. In diesen herausfordernden Zeiten des Wandels unterstützen die Kompetenzstruktur­modelle alle kirchlichen Mitarbeitenden dabei, ihre berufliche Laufbahn zu gestalten und ihre Arbeitsmarktfähigkeit auf motivierende, ausgewogene und konstruktive Art und Weise zu entwickeln. Behördenmitglieder werden u. a. dabei unterstützt, ihre Führungskompetenzen zu entwickeln.

Kompetenzen bilden die Voraussetzung für ein zielführendes, professio­nelles Handeln. Zudem dienen sie der Umsetzung von gemeinsamen beruflichen Werten der Zürcher Kirche sowie der Zusammenarbeit in multipro­fessionellen Teams und der stetigen Weiterentwicklung einer konstruktiven Feedback-­ und Lernkultur, auch auf Führungsebene. Das Kompetenzstruktur­modell für Behördenmitglieder soll die kirchliche Führungsebene stärken, damit auch diese in Zeiten der Veränderung und des organisatorischen Wan­dels ihre entscheidende Rolle wahrnehmen kann.

Dabei ist wichtig anzumerken: Die Kompetenzstrukturmodelle sind nicht ein normatives Modell, sondern eine Orientierungshilfe, mit der sich Interes­sierte gezielt vorwärtsbewegen können.

Nutzen des Kompetenzstrukturmodells


Nutzen für Mitarbeitende

  • Hilfestellung für die Selbsteinschätzung ihrer Kompetenzen, zum Beispiel bezüglich aktueller und neuer Herausforderungen
    und deren Anforderungen im Arbeitsbereich, sowie für die Erhaltung und Entwicklung der persönlichen Arbeitsmarkt­fähigkeit.
  • Unterstützung beim Abstimmen von Selbst­ und Fremdwahr­nehmung ihrer Kompetenzen durch Einholen von Feedback bezüglich Stärken und Entwicklungsbereichen.
  • Unterstützung beim Formulieren von Entwicklungsschwer­punkten und ­zielen oder beim Erstellen einer individuellen, kompetenzbasierten Laufbahnplanung.
  • Unterstützung bei der persönlichen und beruflichen Selbst­regulation, Motivation und Gesundheit.
  • Chance für die Passung von persönlichen, beruflichen Vorstel­lungen und dem organisationalen Stellenprofil.
  • Hilfe bei der Auswahl von Stellen.

Nutzen für Behördenmitglieder und Mitarbeitende mit Führungsfunktion

  • Instrument zur Überprüfung des Anforderungsprofils für eine bestehende Funktion / Rolle oder zum Erstellen eines An­forderungsprofils für eine neue Funktion/Rolle.
  • Hilfestellung bei der Beobachtung und Beschreibung von Wissen, Können und Verhalten im Arbeitsalltag auf Basis der erforderlichen Kompetenzen.
  • Unterstützung bei der Formulierung von Entwicklungs­schwerpunkten und ­zielen.
  • Förderung der Wahrnehmung eigener Aufgaben als Führungs­person und der gezielten Unterstützung der Mitarbeitenden.
  • Unterstützung bei der Auswahl von Stellenbewerbern und Stellenbewerberinnen.

Nutzen für die Organisation

  • Weiterentwicklung berufseigener Aus­ und Weiterbildungen und multiprofessioneller Module für alle Berufsgruppen sowie der Behördenschulung.
  • Entwicklung wirkungsvoller Standortgespräche.
  • Klärung der Berufsrollen und Funktionen innerhalb der Organisation.
  • Gezielte, nachhaltige Rekrutierung von qualifizierten Mit­arbeitenden und Führungspersonen.
  • Ausgestaltung professioneller Personalprozesse.
  • Bezugsrahmen für eine gemeinsame Sprache dafür wie sich die Zürcher Kirche als Organisation weiterentwickeln will.

Bei Fragen zur konkreten Anwendung, wenden Sie sich bitte an:
Susana Méndez, Abteilung Kirchenentwicklung, Personalentwicklung, susana.mendez@zhref.ch