Message

Häufig gestellte Fragen

Muss in jedem Gottesdienst eine Kollekte erhoben werden?

Ja, so verlangt es die Kirchenordnung: "In jedem Gottesdienst wird eine Kollekte erhoben. Sie ist Ausdruck des diakonischen Auftrages und der Verbundenheit mit der weltweiten Kirche" (Art. 39 KO).

Warum ist die Kollekte so wichtig für den Gottesdienst und die Gemeinde?

Die Bibel bezeugt, dass bereits in der Urkirche die Sammlung von Geld und Lebensmitteln für Arme ein wichtiges Zeichen der christlichen Gemeinde war. Sie bezieht sich auf eine lange jüdisch-christliche Tradition: Die Liebe Gottes zeigt sich schon im Alten Testament auch gegenüber sozial benachteiligten Menschen wie den "Fremden" oder den "Witwen und Waisen". So sollen zum Beispiel "Reichtum und Überfluss" geteilt (Ex 22,20-28), Ernterückstände den Armen überlassen (Lev 19,9) oder der Zehnte auch für "Waisen und Witwen" bestimmt werden (Dtn 14,29). - Im Neuen Testament wird dieser Gedanke in der Gestalt von Jesus personifiziert. Er ist Gottes sichtbare Solidarität mit den Menschen, im Besonderen mit den Bedürftigen. Das Teilen der Güter gehört zum Wesen der christlichen Gemeinde (Apg 4,34), was schon in der ersten internationalen Kollekte der Kirchengeschichte seinen konkreten Ausdruck findet (vgl. 2. Kor 8).

Wer bestimmt die Kollekten? Und wofür?

Es ist die Aufgabe der Kirchenpflege "über Vergabungen und die Verwendung der Kollekten" zu entscheiden (Art. 163, Abs. 2, lit H). Die Kirchenordnung gibt dafür den Rahmen vor: "Die Kirchgemeinden verantworten das diakonische Handeln am Ort und in übergemeindlicher Zusammenarbeit" (Art. 67.1 KO). "Landeskirche und Kirchgemeinden setzen sich ein für Aufgaben und Projekte weltweiter Diakonie, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk der Evangelischen der Kirchen Schweiz HEKS, mit Brot für alle BFA und mit mission 21" (Art. 67.5 KO).

Ist der Kollektenplan des Kirchenrates obligatorisch?

Ja, für die Kollekten,welche von der Landeskirche vorgegeben werden ("vom Kirchenrat angeordnete Kollekten"). Indem sich alle Kirchgemeinden daran beteiligen, setzen sie ein Zeichen der Solidarität. Darüber hinaus finden Sie Empfehlungen für weitere Kollekten an kirchennahe Organisationen und Projekte.

Wie werden die gesamtkirchlichen Kollekten einbezahlt?

In der Rubrik  Kollekten finden Sie eine Zusammenstellung aller angeordneter Kollekten mit den Kontoangaben (Kontonummer und IBAN). Falls Sie noch kein Spendgutkonto führen, empfehlen wir Ihnen, ein solches zu eröffnen. Die Überweisung an das entsprechende Konto der Landeskirche oder die Institutionen können Sie anschliessend "online" erledigen. So kommt der gesamte Betrag der Institution zu Gute, weil bei elektronischen Zahlungen keine Gebühren anfallen. Falls Sie weiterhin am Postachalter einzahlen möchten, müssten Sie selber einen Einzahlungsschein ausfüllen. Diese Überweisungen sind kostenpflichtig.

Wer ist zuständig für die Kollektenansage im Gottesdienst?

Die Leitung des Gottesdiensts liegt in der Verantwortung der Pfarrerin oder des Pfarrers (Art. 113a KO). Diese sagen die Kollekte selber an oder beauftragen damit eine geeignete Person. Für die Ansage der landeskirchlichen Kollekten und der empfohlenen Kollekten gibt es Textbausteine auf unserer Homepage.

Wer zählt die Kollekte nach dem Gottesdienst?

Die Kollekte wird von 2 Personen ("4-Augen-Prinzip") gezählt und die Beiträge der einzelnen Noten und Münzen werden in einem Protokoll festgehalten. In der Regel zählen die Sigristin/der Sigrist zusammen mit einem Mitglied der Kirchenpflege die Kollekte. Die Kirchenpflege kann auch andere Personen beauftragen, die Kollekte nach dem Gottesdienst zu zählen. Das Protokoll wird von den zwei Personen unterzeichnet, die für das Zählen der Kollekte bestimmt wurden.

Viele wollen Geld - welche Organisationen sollen berücksichtigt werden?

Die Menschen, welche in unseren Gottesdiensten Geld zusammenlegen, erwarten von uns einen sorgsamen und zielgerichteten Umgang mit den Kollekten. Die Auswahl der Kollekten muss deshalb sorgfältig betrieben werden. In einem Kollektenplan sollte sich die Kirchgemeinde  als Teil der Zürcher Landeskirche und mit ihren lokalen Gegebenheiten wiedererkennen können.

Wer Organisationen und Projekte unterstützen will, die weder bei den Empfehlungen des Kirchenrates noch mit einem Gütesiegel ZEWO versehen sind, muss eine Reihe von Fragen beantworten können. Sie finden auf unserer Homepage ein Arbeitsblatt mit dem Titel "Gesuche beurteilen".

Kollekten - Sammlungen - Vergabungen: Was sind die Unterschiede?

Kollekten werden im Gottesdienst erhoben, Sammlungen werden bei kirchlichen Anlässen wie Suppentagen, Basaren durchgeführt, Vergabungen schliesslich sind die von der Kirchenpflege bestimmten Beiträge aus Steuermitteln.

Wie viel fürs Inland - wie viel fürs Ausland? Was bedeutet die 5%-Regel?

Für Kollekten und Sammlungen gibt es keine verbindliche Vorgabe. Bei den Vergabungen hingegen empfiehlt die Kirchensynode 5% der ordentlichen Steuern den landeskirchlichen Werken HEKS, BFA und mission 21 zukommen zu lassen. Dies gilt für alle Kirchgemeinden, auch für diejenigen im Finanzausgleich. Die Kirchenordnung hält fest: "Die Landeskirche versteht die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat als Auftrag im weltweiten Bezug. Sie arbeitet mit den schweizerischen Missionswerken zusammen, namentlich mit mission 21. Sie unterstützt insbesondere das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS sowie Brot für alle BFA als Werke des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes" (Art 13, 1-3).

Glückskette oder HEKS: Wen unterstützen bei Katastrophen?

Bei Katastrophen sammelt die Glückskette. Sie setzt allerdings keine eigenen Hilfsprojekte um, sondern beauftragt dafür bestehende Hilfswerke wie HEKS. Die Glückskette gibt die gesammelten Mittel aufgrund von Anträgen an ihre Partner-Hilfswerke weiter. Ein Kriterium für die Vergabe ist, dass diese selber ebenfalls aktiv werden und für die aktuelle Katastrophe auch eigene Mittel beschaffen. In der Regel braucht es mindestens 20% an selber generiertem Geld, um bei der Glückskette die weiteren 80% auslösen zu können. Wir empfehlen, bei Katastrophen direkt an HEKS zu spenden, weil HEKS damit den vielfachen Beitrag bei der Glückskette auslösen kann und weil die Kirchgemeinden dann sicher sind, dass die Nothilfe über das eigene kirchliche Hilfswerk HEKS und nicht über ein anderes der 25 Partnerhilfswerke der Glückskette umgesetzt wird.

Brot für alle BFA: Wohin mit den Einzahlungen?

Die ökumenische Kampagne von BFA, Fastenopfer (römisch-katholisch) und Partner sein (christkatholisch) erfolgt in der Passions- bzw. Fastenzeit (von Aschermittwoch bis Karsamstag). Die gesammelten Mittel müssen an BFA einbezahlt und dürfen nicht für andere Hilfswerke oder andere Projekte einbezahlt werden. Weitere Angaben zur Kampagne finden Sie unter: www.brotfueralle.ch und www.sehen-und-handeln.ch

Einzahlungen an: Brot für alle, Bürenstr. 12, 3000 Bern 23, Postcheckkonto: 40-984-9, IBAN: CH95 0900 0000 4000 0984 9

Wie sollen wir bei ökumenischen Anlässen in der Kampagne vorgehen?

Die Kollekten und Sammlungen eines ökumenischen Anlasses können auf BFA und Fastenopfer aufgeteilt werden. Findet der Anlass regelmässig statt, können die beiden Organisationen abwechselnd berücksichtigt werden.

Sind Kollekten für Privatpersonen erlaubt?

Kollekten sind in erster Linie für Organisationen und Projekte vorgesehen. Privatpersonen können aus dem Spendgut unterstützt werden. Dieses hingegen kann durch Kollekten geäufnet werden. Zudem besteht die Möglichkeit, einzelne Stipendiaten über Organisationen wie zum Beispiel das Ökumenische Institut Bossey zu unterstützen.

Kontaktperson für weitere Fragen:

Edith Bächle, Beiträge und Kollekten der Landeskirche, Mail: edith.baechle@zh.ref.ch, Tel. 044 258 92 10