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Portrait Joachim Mantel

Ehemaliger Kirchenpfleger in Winterthur Stadt

«Ich will mich mit der Kirche auseinander setzen.»

Portrait JM.jpg«Ich war ziemlich kirchenfern, als ich vor elf Jahren Kirchenpfleger wurde. Das Amt hat mich kirchennah gemacht, weil ich mich mit der Kirche auseinander gesetzt habe. Das tue ich immer noch, und bin in vielen Punkten auch kritisch eingestellt. Denn eigentlich bin ich mit der Religion, mit dem Spirituellen, tiefer verbunden als mit der Institution. Die reformierte Kirche gewährt mir aber eine Offenheit, in der ich mich wohl fühle. Dass ich mich für das Kirchenpflegeramt zur Verfügung gestellt habe, hat damit zu tun, dass ich der Überzeugung bin, dass es wichtig ist, sich in der Gesellschaft zu engagieren. Ich möchte, dass die Kirche näher zu den Menschen kommt. Und ich habe die Hoffnung, dass man die Kirche in diese Richtung bewegen kann, auch wenn ich weiss, dass die Kirche auch ein sehr träger Verein sein kann.

Aus meinem Beruf als Architekt kann ich Erfahrungen und wesentliche Beiträge in die Gemeinde hineintragen. Ich habe Respekt vor der baulichen Tradition der Kirche, ich bin jedoch auch überzeugt, dass man die Räume zeitgemäss weiter-entwickeln und gestalten soll. Die sinnlichen Komponenten, Material und Licht, sind für mich zentrale Elemente im Kirchenbau. Die Kirche ist heute ein Ort, wo verschiedensten Aktivitäten Raum geboten wird. Diese lebendige Kirche soll bei jeder Aktivität in einem passenden Rahmen eingebettet sein. Alleine schon das Licht und die Lichtführung können Spiritualität erlebbar machen. Es geht immer wieder darum, Gott auch im Alltag erfahrbar zu machen. An einer solchen Kirche will ich mitbauen.»

Verfasst im Jahr 2013