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Portrait Monica Müller

Kirchenpflegerin in Dietlikon und Mitglied der Kirchensynode

«Warum ich mich für die reformierte Kirche engagiere: weil sie für Vielfalt steht, für unterschiedliche Arten, wie man den Glauben leben kann. Diese Biodiversität macht es nicht immer einfach, aber sie ist sehr befruchtend.»

Portrait MMDen Weg durch die Gartenalage im Alterszentrum in Dietlikon ist heute noch niemand gegangen. Zu giftig der Biswind, als dass sich jemand nach draussen gewagt und im kleinen Park ein paar Schritte in den frischen Schnee gedrückt hätte. So stapft Monica Müller als erste hinein, den weit geschwungenen Geländern entlang Richtung Pergola. Es ist ihr Werk. So hat die Landschaftsarchitektin den Garten vor bald zehn Jahren entworfen: harmonisch abgestimmt auf die Wohntrakte, und liebevoll auch auf betagte Besucher ausgerichtet, die sich überall abstützen können. Was hier unter der Schneedecke an Pflanzen schlummert, kann man jetzt nur erahnen. Wenn man mit Monica Müller über ihren Beruf ins Gespräch kommt und ihre Freude an der Natur und der Artenvielfalt kennenlernt, kann man sich ausmalen, wie bunt und vielgestaltig die Anlage in ein paar Monaten wieder blüht.

Die Freiheiten der Gestaltung, die klare und schlichte Formsprache und das Vorantreiben und Umsetzen ihrer Pläne, das fasziniert die heute selbständige Unternehmerin nach über 25 Berufsjahren immer noch. Sie sei eine Macherin, setze gern und auch mal resolut das um, was sie sich vorgenommen habe.

Etwas von diesen Qualitäten bringt Monica Müller seit Jahren auch in ihrer Kirchgemeinde in Dietlikon und seit kurzen auch in der kantonalen Kirchensynode mit ein. Vorgezeichnet war dieses Mitwirken in der Kirche nicht. „Ich bin ziemlich unkirchlich aufgewachsen und mit 16 eigentlich aus der Kirche hinauskonfirmiert worden.“ Dann aber nach Studium und ersten Berufsjahren sei sie angefragt worden für die Kirchenpflege. Und weil sie gerne unbekannte Türen aufstosse, hätte sie es gewagt.

Heute gehört das kirchliche Engagement fest zu ihrem Leben. Während sie im Berufsleben als Unternehmerin selbstbestimmt agieren kann, erlebt sie beim kirchlichen Engagement das Eingewobensein in ein Team. Gerade die Vielfalt der Kontakte, die sich daraus ergeben, die Vielfalt auch der Lebensentwürfe und der unterschiedlichsten Zugänge zum Glauben, habe sie zu einer überzeugten Reformierten geformt.

„Kirche ist für mich politisch“, sagt sie und „Probleme kann man nicht wegbeten, sondern man muss für seien Überzeugung auch hinstehen und etwas tun.“ Und zu tun gibt aus ihrer Sicht Einiges, namentlich das Einstehen für die Bewahrung der Schöpfung. Die Kirchgemeinde Dietlikon habe in dieser Hinsicht schon einiges realisieren können, achte auf Nachhaltigkeit und halte die eigenen Grünflächen möglichst naturnah. Die Landeskirche als Ganze dürfte aus ihrer Sicht aber noch vielmehr tun. Dafür will sie sich auch in der Kirchensynode einsetzen. Dass dieses Kirchenparlament nun eben auch von jener typisch reformierten Diversität geprägt ist, damit kann sie gut leben: „Das macht es zwar nicht immer einfach, ist aber letztlich doch sehr befruchtend.“ Und Gegenwind hält sie gut aus. Auch wenn er einmal eisig bläst, wie heute.

Verfasst im Jahr 2017