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Homosexualität: Entschuldigung der Kirche

Die reformierte Landeskirche hat sich 1999 für alle durch die Kirche erfolgten Diskriminierungen der Vergangenheit gegenüber Homosexuellen entschuldigt und betont, dass die sexuelle Ausrichtung eines Menschen in keinem kirchlichen Zusammenhang ein Kriterium darstellen dürfe. Sie unterstützt die Möglichkeit zur Registrierung homosexueller Partnerschaften und bietet für solche Paare auch kirchliche Segnungsfeiern an.

Vor Gott und dem Evangelium sind alle Menschen gleich. Jeglicher Ausgrenzung und Diskriminierung von homosexuellen Menschen ist entschieden entgegenzutreten.

Die reformierte Landeskirche  hat sich 1999 für alle durch die Kirche erfolgten Diskriminierungen der Vergangenheit gegenüber Homosexuellen entschuldigt und betont, dass die sexuelle Ausrichtung eines Menschen in keinem kirchlichen Zusammenhang ein Kriterium darstellen dürfe.

Platz und Stellenwert der Homosexualität unterscheiden sich in der reformierten Landeskirche grundsätzlich in keiner Weise von anderen Formen der Sexualität. Homosexualität ist für die Landeskirche eine Spielart der Natur, die nicht als prinzipiell defizitär betrachtet werden darf.  Indem homosexuelle Menschen grundsätzlich nicht anders behandelt werden als andere Menschen, stellt sich auch die Frage nach besonderer Integration nicht. Da kirchliche Arbeit aber ein Stück weit immer auch zielgruppenspezifisch erfolgen muss, gibt es auch spezielle Angebote für Homosexuelle, die aber in erster Linie von den Kirchgemeinden verantwortet werden.

Vor diesem Hintergrund ist klar, dass die ref. Landeskirche auch gleichgeschlechtlichen Lebensformen gegenüber offen ist. Sie unterstützt die Möglichkeit zur Registrierung homosexueller Partnerschaften und bietet für solche Paare auch kirchliche Segnungsfeiern an. Eine eigentliche Heirat ist allerdings nicht möglich, weil jeder kirchlichen Trauung zwingend die standesamtliche Ziviltrauung vorausgehen muss.

Die neue Kirchenordnung von 2010 trägt diese Praxis Rechnung, indem sie festhält: «Für Menschen in besonderen Lebenslagen kann aus seelsorglichen Gründen ein Gottesdienst gefeiert werden. Die Fürbitte und die Bitte um Gottes Segen haben dabei eine besondere Bedeutung» (Art. 63).

Antrag und Bericht an die Kirchensynode 1999 (PDF)