Message

Abendgebet - von Tag zu Tag erneuert

Wer gerne mit Worten betet, findet hier täglich eine Fürbitte, die uns untereinander und mit Gott verbindet. Ein Gebet, das täglich wächst.

Im Gebet verbunden

Auch wenn wir uns in diesen ausserordentlichen Tagen nicht zu Gottesdiensten, Andachten und Meditationsgruppen treffen, sind wir im Gebet verbunden. Abends, wenn die Glocken erklingen, einen Moment innehalten, die Gedanken sammeln und Gott ans Herz legen, was uns bewegt: das ist unser Abendgebet.


Ewiger Gott

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns Dir an.
In der Stille die einen, mit Worten die anderen.

Danke, dass Du uns kennst und auf unser Herz achtest und auf unser Gebet hörst. 

24. Mai

Gott, viel Himmel haben wir gesehen in diesen Auffahrtstagen.
Blauen Himmel, Himmel, der brannte im Abendrot, Himmel, an dem die Wolken trieben
und grau-verhangenen Regen-Himmel.
Mit den Worten von Kurt Marti bitten wir dich: 
Lass deinen Himmel in uns und um uns aufgehen: 

Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt,
        wenn einst Himmel und Erde vergehen.

Der Himmel, der kommt, das ist der kommende Herr,
       wenn die Herren der Erde gegangen.

Der Himmel, der kommt, das ist die Welt ohne Leid,
       wo Gewalttat und Elend besiegt wird.

Der Himmel, der kommt, das ist die fröhliche Stadt,
       und der Gott mit dem Antlitz des Menschen.

Der Himmel, der kommt, grüsst schon die Erde, die ist,
       wenn die Liebe das Leben verändert.

23. Mai

Gott, Du Ewige / Du Ewiger

Ein weiterer Sonntag ohne Gottesdienst in der Kirche kündigt sich mit dem Abendgeläut an.
Zweierlei wird uns in diesen Tagen bewusst.
Wir dienen Dir, indem wir, mit allem was wir sind, in unserem Alltag nach Deinem Liebesgebot handeln.
Und wir leben in diesen Zeiten von den inneren Schätzen, die wir vor der Krise gesammelt haben.

Gott, wir freuen uns, wenn wir wieder in Gemeinschaft feiern werden.
Die Schwester, der Bruder, die neben uns glauben, beten, singen, sind ein wichtiger Halt auf unserem Weg. 
Gemeinsam an deinem Tisch zu stehen und das Mahl zu feiern, nährt uns für alles, was wir zu bewältigen haben.
Wir freuen uns darauf.

Wir wollen aber nicht vergessen, dass es auch ohne Virus immer wieder Zeiten geben wird,
in denen wir nicht mit unseren Glaubensgeschwistern zusammenkommen können.
Und darum wollen wir auch morgen Sonntag bewusst von innen leben, 
von diesen geistlichen Schätzen, die wir in unserem Leben angesammelt haben.
Sie nähren uns morgen, aber auch in Zukunft.
Hilf uns, diese Schätze wachzuhalten und in guten Zeiten anzuhäufen.

Amen

22. Mai

"Was steht ihr da und schaut ihr in den Himmel?", wurden die Jünger und Jüngerinnen nach der Himmelfahrt gefragt.
Sie wurden zurückgeführt in das Leben, das in der Hauptstadt auf sie wartete.
So Gott, wollen auch wir es tun.
Dort, wo Du uns hineingestellt hast, wollen wir wachsam sein und wirken.
Die Situation fordert uns.
Gib uns Kraft zum Anpacken.
Amen.

21. Mai

Christus
An Auffahrt hast Du Deinen Jüngern gesagt:
"Euch gebührt es nicht, Zeiten und Fristen zu erfahren .... Ihr werdet aber Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch kommt." (Apg. 1, 7+8)
Es fällt uns schwer, mit Ungewissheit umzugehen. Gerne wüssten wir, wann und wie diese Krise vorbei geht. Wann kommt eine neue Zeit?
Wir wissen es nicht. Wir halten uns aber fest an Deiner Verheissung: Wir werden Kraft empfangen. Durch Deinen Geist.
Das hilft uns, vertrauensvoll nach vorne zu schauen.
Danke.


20. Mai

Ewiger Gott
Vor uns liegt ein freier Tag - ein Feiertag.
Wir wollen den Tag in Ruhe angehen.
Räume schaffen, in denen wir Dich entdecken.
In der aufblühenden Natur finden wir Deine Schöpferkraft.
Im Antlitz der lieben Menschen entdecken wir Deine Liebe.
In der helfenden Hand unserer Nächsten erfahren wir:
Du lässt uns nicht allein.
Das ist ein Grund zum Feiern.
Amen

19. Mai

Gott
Wir lesen die alte Regel: "Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um." (Matthäus 7,12)
Und wir merken: sie zählt auch jetzt.
Gib uns die Weisheit, danach zu handeln.
Amen

17. Mai

Gott 
Es stimmt nachdenklich, wenn wir Bilder sehen, auf denen Menschen sich am Samstagabend nahe an den Bars und auf den Ausgehmeilen zusammendrängen. 
Lass jede und jeden Verantwortung übernehmen für das Wohl der Gemeinschaft. 
Miteinander und in  Verantwortung füreinander wollen wir die neue Woche in Angriff nehmen. 
Die Freiheiten, die uns gegeben sind, wollen wir selbstverantwortet nutzen. 

Begleite uns. 

16. Mai

Die Glocken läuten den Sonntag ein. 

Sie erinnern uns an Dich, Gott, 
und den Tag, den wir Dir widmen. 
Die Sonntage sind ruhiger geworden. 
Keine Feste, keine Konzerte, keine geselligen Runden. 
Wir wollen die Ruhe nutzen, um in uns zu kehren. 
Die Zwiesprache mit Dir zu suchen. 

Inspiriere uns und unsere fordernden Tage. 

15. Mai

Ewiger Gott 

Wir tasten uns zurück in den Alltag, der nicht mehr derselbe ist. 
Wir sind verunsichert in unseren Bewegungen und Kontakten. 
Das Leben ist anders geworden - brüchiger, weniger selbstverständlich. 

Wir hoffen auf deine Kraft, die im Schwachen wirksam wird. 
Wir bauen auf unsern Glauben, der uns Zukunft öffnet. 
Wir fühlen uns getragen durch die Gemeinschaft, die uns Halt gibt. 

13. Mai

Sende dein Licht und deine Wahrheit.
Amen

(Psalm 43.3)

12. Mai

Viele finden keinen Schlaf. -
Bevor ich schlafe,
bitte ich für sie
du Gott des Tages und der Nacht. 

Wo der Tag im Streit zu Ende ging,
schaffe Frieden.
Wo der Schmerz den Schlaf verteibt,
schenke Ruhe.
Wo der Mut geknickt ist,
richte wieder auf.
Wo Sorgen das Gemüt verdüstern,
lass Leuchten dein Angesicht.

(Reformiertes Gesangbuch Nr. 617)

11. Mai

Gütiger Gott 

Die fröhlichen Kinderstimmen auf dem Weg in die Schule, wie schön, sie zu hören.
Die Kolleginnen und Kollegen treffen wir im Büro wieder an, 
vorsichtig laden wir Freunde und Freundinnen wieder ein. 
Wir haben Aussicht, unsere betagten Eltern wieder zu besuchen.

Wie sehr haben wir uns danach gesehnt... und wie gut, die Menschen wieder zu spüren. 
Wir danken Dir für alle wohltuenden Begegnungen, die wieder möglich sind. 

Und lass uns Sorge tragen zu dem, was wir zurückhaben, damit es auch in Zukunft bleibt.  

10. Mai

Wir beten für all die Mütter, die heute um ihre Kinder trauern. 
Und für all diejenigen, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren können. 
Für die Mütter, die sich Sorgen machen um die Zukunft ihres Nachwuchses. 

Stell ihnen Partner an die Seite, die ihre Verantwortung übernehmen. 
Lass uns als Gesellschaft unseren Anteil an Mitverantwortung tragen. 

Und sei an ihrer Seite als himmlischer Vater / himmlische Mutter. 

9. Mai

Gott, wir bitten Dich um Deinen Geist. 

Er mache uns mutig, damit wir die Verantwortung übernehmen für das, was wir ändern können. 

Er führe uns zur Weisheit, damit wir erkennen, wo der Weg langgeht. 

Dein Geist wecke in uns die Kreativität, damit wir Neues schaffen können.  

Er führe uns zusammen, damit wir die Kraft des gemeinsamen Wirkens neu entdecken. 

Mit der Kraft Deines Geistes führe uns aus der Krise. 

8. Mai


Krisen sind Zeiten der Veränderung.
Sie zeigen auf, was hält und trägt und wovon wir uns trennen sollten.
Hilf uns, bevor wir zurückkehren zum Alltag, festzuhalten, was wir gelernt haben.
Die Beziehungen, die getragen haben, wollen wir weiter pflegen.
Die Bewältigungsstrategien, die sich bewährt haben, werden uns auch im Alltag nützen.
Neues, was wir gelernt haben, wollen wir für die Zukunft weiterentwickeln.

Und hilf uns, uns zu trennen von dem, was uns am Leben hindert.

7. Mai

Heute, Gott, beschliessen wir den Tag mit dem alten, vertrauten Kanon von Thomas Tallis:

Glory to Thee my God this night,
for all the blessings of the light
Keep me O keep me, King of Kings,
beneath Thine own almighty wings

(Ehre sei dir mein Gott in dieser Nacht
Für alle Segnungen des Lichts
Berge mich, o berge mich, König der Könige
Unter deinen eigenen allmächtigen Flügeln)

6. Mai

Ewiger Gott,
wir denken an alle, die in diesen Tagen mit dem Tod ringen - wegen Covid-19  oder einer anderen Krankheit. 
Es ist so schwer, sich mit nur sparsamer körperlicher Nähe zu verabschieden. 
Lass ihnen Begleitung zukommen, durch Menschen, die Wege der Nähe finden. 
Durch Deinen tröstenden Geist.

5. Mai

Gott, unsere Hilfe

Wir beten heute für die Menschen, die die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bereits schmerzhaft erfahren:
Sie haben ihre Arbeitsstelle verloren,
sie sorgen sich um die Überlebenschancen ihrer KMU,
sie wissen nicht, wie sie die nächste Miete bezahlen können,
oder sie melden sich nicht beim Zahnarzt an, weil sie kein Geld für die Rechnung haben.

Wir brauchen eine Gesellschaft der offenen Herzen, der spontanen HIlfe.
Wir bitten Dich: Lass Nächstenliebe ein Tätigkeitswort werden.

4. Mai

"Mein Gott, ich danke Dir,
dass Du diesen Tag zu Ende gebracht hast;
ich danke Dir, dass Du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.
Deine Hand war über mir und hat mich
behütet und bewahrt.
Vergib allen Kleinglauben
und alles Unrecht dieses Tages
und hilf, dass ich allen vergebe,
die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter Deinem Schutz schlafen
und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle Dir die Meinen,
ich befehle Dir dieses Haus,
ich befehle Dir meinen Leib und meine Seele.
Gott, Dein heiliger Name sei gelobt."
(Dietrich Bonhoeffer)