Message

Abendgebet - von Tag zu Tag erneuert

Wer gerne mit Worten betet, findet hier täglich eine Fürbitte, die uns untereinander und mit Gott verbindet. Ein Gebet, das täglich wächst.

Im Gebet verbunden

Auch wenn wir uns in diesen ausserordentlichen Tagen nicht zu Gottesdiensten, Andachten und Meditationsgruppen treffen, sind wir im Gebet verbunden. Abends, wenn die Glocken erklingen, einen Moment innehalten, die Gedanken sammeln und Gott ans Herz legen, was uns bewegt: das ist unser Abendgebet.


Ewiger Gott

Der Tag klingt aus und wir vertrauen uns Dir an.
In der Stille die einen, mit Worten die anderen.

Danke, dass Du uns kennst und auf unser Herz achtest und auf unser Gebet hörst. 

9. April

Heute, am Todestag unseres Bruders und Vorbilds, Dietrich Bonhoeffer, beten wir mit seinen Worten zu Dir:
"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

8. April

Gott, wir wissen nicht, weshalb das Leid die einen trifft und die anderen nicht. Aber wir wissen, dass Du in Christus neben uns gehst und uns im Leiden nicht allein lässt. Lass dies alle erfahren, die in diesen Tagen Leid tragen. Sei es, dass sie Deine Nähe in ihrem Glauben selber erfahren. Sei es, dass liebe Menschen ihnen Zeichen sind Deiner Gegenwart.

7. April

Vieles, was bis vor kurzem selbstverständlich war, ist es nicht mehr. Die Gesundheit, die Bewegungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit, die Arbeit, der Wohlstand. Gott, wir fühlen uns unsicher und wissen nicht, was uns wartet. Schenk uns Vertrauen, damit wir in der Passion Dein Osterlicht erahnen.

6. April

"E'wger, bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget."

Palmsonntag, 5. April

Am Ende dieses Palmsonntags bitten wir Dich, Christus: Zieh auch in unsere Stadt, in unser Dorf, in unser Haus ein mit Deinen heilenden Worten, mit Deinem umfassenden Frieden. Begegne uns, damit wir mit Deiner Zuversicht in diese Karwoche gehen und uns allem, was uns wartet, stellen. 

4. April

Unsere Welt ist ruhiger geworden, unser Leben engräumiger. Wir erkunden neu unsere nächste Umgebung, treffen unsere Nachbarn für einen Schwatz auf Distanz. Lehre uns, Gott, in dieser Ruhe Dich zu finden. Lass uns in der Nachbarschaft zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen, die sich umeinander sorgt. Lass uns jetzt lernen für die Zukunft. 

3. April

Gott, wir beginnen ein weiteres Wochenende zu Hause. Gib uns den Blick auf die kleinen Freuden in der Nähe, schenk uns Fantasie, die Zeit zusammen mit unseren Familien und Mitbewohnenden zu gestalten, hilf uns, uns zu entspannen, auch wenn viel Spannung in der Luft liegt. Wir wollen uns öffnen für die Zeit, die Du uns schenkst.

2. April

Gott, wir spüren die Spannung zwischen verschiedenen Interessen wachsen. Die Interessen der Gesundheit der Bevölkerung stehen den wirtschaftlichen und sozialen Interessen gegenüber. Lass uns Wege finden, die Balance zu halten. Lass die grosse Solidarität, die in den letzten Wochen gewachsen ist, nicht auseinanderbrechen. Schick uns Deinen Geist der Liebe und Weisheit. 

1. April

Mit jedem weiteren Tag im Ausnahmezustand wächst unsere Sorge. Mehr und mehr wird es uns mulmig zumute. Können wir die Pflege der Erkrankten bewältigen? Wird die Krankheit uns selber oder unsere Lieben treffen? Werden wir wirtschaftlich die Krise meistern? Unsere Sorgen und Ängste bringen wir zu Dir, Gott, und bitten Dich um Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht, dass Du uns immer die Kraft gibst, die wir gerade für den nächsten Schritt brauchen.

31. März

Heute erstrahlt die Kraft des Frühlings wieder in voller Wucht. Wir danken Dir für das Blau des Himmels, die Wärme der Sonnenstrahlen auf unserem Gesicht, das Spriessen der Knospen mitten in dieser Passion. Wir erkennen darin Deine Auferweckungskraft, die uns entgegenstrahlt. Sie hilft uns durchzuhalten.

30. März

«Über abendstille Auen, geht der letzte helle Schein. Vater (Ew’ger) lass uns Sonne schauen, führ uns in dein Licht hinein.» So singen und beten wir mit dem alt-vertrauten Lied. Und wir bitten, führ alle, die mit ihrem Leben ringen, in Dein Licht. Ins Licht des Gesundwerdens und des Weges zurück ins Leben. Oder, wenn es sein muss, in Dein ewiges Licht. Wir vertrauen sie Dir an, und auch alle, die mit ihrem Wissen und Können um ihr Leben kämpfen.

29. März

„Ubi caritas et amor, Deus ibi est.“ „Wo Güte und Liebe ist, da ist Gott.“ Wir danken Dir, Gott, für all die Menschen guten Willens. Sie arbeiten in den Spitälern, im Verkauf, in der Seelsorge. Sie sind freiwillig im Stillen unterwegs und kaufen ein, telefonieren, schicken Grüsse denjenigen, die zwingend zu Hause bleiben müssen. Wir danken für alle, die mit grosser Sorgfalt Entscheide fällen, damit unsere Gesellschaft mit der ausserordentlichen Situation umgehen kann. Segne sie alle mit Deiner Kraft, Deiner Weisheit und schenk ihnen allen die Verschnaufpausen, die sie brauchen, um durchzuhalten.

28. März

Am Firmament sehen wir die Berge leuchten und beten mit den uralten Worten des Psalmisten: "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird mir Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.“ So bergen wir uns heute Nacht in Deine Nähe, Gott, und vertrauen, dass Deine Schöpferkraft auch in uns Kreativität, Kraft und Standhaftigkeit wirkt in dieser Krise.

27. März

Unsere Gedanken sind heute besonders bei unseren Nachbarn in Norditalien und im Elsass. Sie haben so viele Tote zu beklagen, von denen sie sich nicht einmal verabschieden konnten. Lass sie in der grossen Not zusammenstehen und lass sie unser Mitgefühl und unsere Solidarität über die Grenzen hinweg spüren. Möge Nachbarschaft auch hier mehr als ein Wort sein. Und ja, Gott, wir wollen von ihnen lernen, wie sie uns eindrücklich auf verschiedenen Kanälen ermahnen.

26. März

Wir bitten Dich für die vielen Eltern, die ihre Kinder in diesen Tagen rund um die Uhr zu Hause betreuen. Schenk ihnen Geduld, Fantasie und Ausdauer für diese anspruchsvollen Tage. Lass sie kostbare Momente mit ihren Kindern erleben. Und dort, wo sie an Grenzen stossen, lass sie Inseln der Ruhe entdecken.

25. März

Es gibt viele Menschen, die in dieser gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise nicht auf ein funktionierendes Gesundheitssystem und einen unterstützenden Staat zurückgreifen können. Wir bitten für all die Menschen, die dieser Krise ungeschützt ausgeliefert sind. Ihr Elend macht uns sprach- und hilflos. Wir legen sie Dir ans Herz und wollen in der eigenen Not die Solidarität mit ihnen nicht vergessen. Unser Gebet verbindet sich mit ihnen.

24. März

Unser Gebet gilt allen Menschen, die ihre Lieben im Spital oder Pflegezentrum nicht besuchen können. Lass sie Wege finden, ihre Verbundenheit anders als durch ihre Anwesenheit auszudrücken. Schenk ihnen Vertrauen in die Betreuungspersonen und Seelsorgenden und deren Dienst vor Ort. Und nimm ihre Lieben unter Deinen Schutz.

23. März

Wir bitten Dich, sei Du uns nahe, wenn die Angst steigt: die Angst, von der Krankheit betroffen zu werden, die Angst um Angehörige, die wir nicht besuchen können, die Angst, dass die personellen Ressourcen nicht reichen, um alles zu bewältigen. Lass uns das tun, was menschenmöglich ist und alles andere vertrauensvoll in Deine Hände legen.

22. März

Danke, Gott, konnten wir heute auf verschiedenen elektronischen Kanälen Worte des Glaubens, Zeichen der Hoffnung und Liebe vernehmen. Sie tun uns gut und zeigen uns, dass wir zwar physisch getrennt, aber geistlich verbunden sind. An der Schwelle zur nächsten Woche voller Ungewissheit mögest Du uns stärken für das, was uns gerade fordert: das Alleinsein, das Zusammensein auf engem Raum mit der Familie, der Beruf, das Geschäft, die politischen Entscheidungen. Schick uns Deinen Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.