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Begegnung und Dialog der Synoden: «Beziehung und Botschaft»

Bilderbogen und Bericht: Synodentreffen in Winterthur

Gut 130 Vertreterinnen und Vertreter von reformierten und katholischen Kirchgemeinden trafen sich am 11. Mai. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle sind gewählte Mitglieder der Synoden, der Parlamente beider Kirchen. Mit der Frage «Was fehlt, wenn Kirche fehlt?» beschäftigten sich die Teilnehmenden am Abend in Winterthur.

Der katholische Synodenpräsident Felix Caduff ortete den Grund für den schweren Stand der Kirchen in der Tatsache, «dass sie auf Besinnung und Tiefgang ausgerichtet sind». Auch Arend Hoyer, reformierter Pfarrer in Thalwil und ebenfalls Synodaler, fand klare Worte: «Die Kirchen stehen mittendrin im gesellschaftlichen Aus», deswegen fehle den meisten Menschen nichts, wenn die Kirche fehlt, weder zu Weihnachten noch bei der Abdankung. Für viele gehöre die Kirche der Vergangenheit an, führte Hoyer weiter aus, um dann kämpferisch zu schliessen: «Ich stecke den Befund nicht einfach weg.»


Kirche als Anwältin der Lebensthemen

Gesagt – getan. Das Begegnungstreffen beider Synoden war ein Beginn für neues Denken – sorgfältig vorbereitet von einer ökumenischen Vorbereitungsgruppe.

Als Fachpersonen setzten Eva-Maria Faber, Professorin an der Theologischen Hochschule Chur, und Ralph Kunz, Professor für praktische Theologie an der Universität Zürich, thematische Impulse für die Überlegungen.

Eva-Maria Faber beantwortete die Leitfrage des Abends auch mit persönlichen Eindrücken: Nicht die Kirche als Institution würde ihr fehlen, sondern der Glaube, die Gemeinschaft, ein Raum des Betens, des Lobgesangs, der Klage vor Gott und des Bittens. «Ich kenne keine vergleichbare Institution oder kulturelle Grösse (ausser anderen Religionen), in denen so intensiv um Lebensfragen, um Sinnentwürfe gerungen wird. So finde ich in der Kirche einen grossen Schatz an Herausforderungen, die mich faszinieren, "Denkangebote", die mich anregen, die mich inspirieren.»

Aus Fabers Sicht fehlt einiges, wenn Kirche fehlt: Menschen, die einfach da sind, ein Ort, an dem Menschen Präsenz, Anteilnahme, Unterstützung erfahren können. Ein weiterer Punkt, auf den Eva-Maria Faber aufmerksam machte: «Wenn Kirche fehlt, fehlt es der Gesellschaft an einem Wurzelboden der Solidarität. Wenn Kirche fehlt, fehlt mindestens eine Anwältin der grossen Lebensthemen, die sich traut, sich auch der dunklen Seiten des Lebens anzunehmen.»


Gegen den Strich gebürstet

Ralph Kunz wählte einen ganz anderen Ansatz, indem er das Thema quasi von hinten aufwickelte: «Die Frage, was fehlt, wenn Kirche fehlt, lässt mich fragen: Welche Kirche, um Himmels Willen?»

Er erwähnte die Vielseitigkeit, die Brüderlichkeit, das Familiäre im Glauben, das Abendmahl. Er spannte einen weiten Bogen von den Jüngern in der Bibel bis hin zu seinen persönlichen Erfahrungen in einer afroamerikanischen Pfingstgemeinde in Los Angeles, in der er ein Jahr lang als Klavierspieler arbeitete. Eine seiner Erkenntnisse auf die Fragestellung des Abends lautete: «Was uns fehlt, wenn Kirche fehlt, geht ans Lebendige. Es ist die Lebendigkeit Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat und darauf wartet, dass wir einander als Geschwister sehen.» Dann spielte er den Ball zurück an die Zuhörer und Zuhörerinnen: «Wer fehlt uns, wenn Jesus Christus fehlt? Was verpassen wir, wenn wir ihn nicht in unser Lebenshaus einlassen? Was entgeht uns, wenn wir uns seiner Herrschaft verschliessen?»


Sechs «Open Spaces» zu selbstgewählten Themen

Nach der Pause war Mittun und Mitdiskutieren angesagt. Verteilt auf sechs Räume diskutierten die Männer und Frauen zu verschiedenen Themen. Eine Gruppe beschäftigte sich mit Fragen zu konfessionellen Schulen und überlegte, ob gemeinsame, christliche Schulen in Zürich möglich wären. Oder ob konfessionelle Schulen überhaupt noch zeitgemäss und nötig seien.

Ein anderer Kreis widmete sich der Bewahrung der Schöpfung, die beim Sparen von Energie beginnen müsse. Atomkraftwerke, Solardächer, der Grüne Güggel waren nur einige Stichworte, die fielen.

Ebenfalls engagiert diskutierten die anwesenden die Herausforderung «Womit wollen wir als Synodale Kirche gestalten?», welche schnell zu den Unterschieden zwischen reformiert und katholisch führte. «Wo liegen die Grenzen und Schranken bei der reformierten Kirche, in der viel verändert werden kann?», fragten reformierte Synodale, während die katholischen Synodenmitglieder mit der Weltkirche rangen und überlegten, ob sie das Zölibat abschaffen könnten, wenn sie das wollten.

Viele Ideen entwickelte auch das Panel, dass überlegte, was die heutige Generation der nächsten von Kirche und Glaube mitgegeben könnte.

«Wie kann ich Kirche vermissen, wenn ich sie nicht kenne?», beschäftigte als grosses Fragezeichen die Synodalen beider Konfessionen. Theologieprofessorin Eva-Maria Faber ermunterte zum Perspektivenwechsel: «Wir haben Ängste, aber wir müssen lernen, wie wir zum Vorschein bringen, was unsere Lebenskultur ist.»

Als Abschluss des Abends beschrieb die reformierte Synodenpräsidentin Simone Schädler die Beziehung und Botschaft als tragende Elemente beider Kirchen.


:: Hier finden Sie das Referat von Maria Faber zum Nachlesen

:: Hier finden Sie den Impuls von Ralph Kunz zum Nachlesen