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Gespräche am Fenster

Ref. Kirche Fehraltorf

Aus dem Fenster heraus einen Schwatz halten - das erinnert einige an Grossmutters Zeiten. In der ref. Kirchgemeinde Fehraltorf hat dies das kirchliche Leben während des Lockdowns bereichert.

Die Sekretariatsmitarbeitenden, Initianten und Durchführende, berichten:


Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Unser Kirchgemeindehaus steht mitten im alten Teil unseres Dorfes und das Sekretariat, das Diakonie-Büro und die Büros der Pfarrpersonen haben Fenster direkt zur Hintergasse. Täglich spazieren viele Leute an unseren Fenstern vorbei und da keine Treffen im Kirchgemeindehaus mehr möglich waren, kamen wir auf die Idee, Gespräche am und über das Fenster anzubieten. Hier können zwei Meter Abstand ohne Probleme eingehalten werden. Auch war das Wetter oft sehr schön.

Was hat es gebraucht, um die Idee umzusetzen?

Fenstergespraech_3.jpgDas Sekretariatsteam hat diese spontanen Gespräche, die einfach so entstanden sind, im kleinen Konvent im März erwähnt und für sehr wichtig zum In-Kontakt-Bleiben empfunden. Auch die Pfarrpersonen und die Diakonische Mitarbeiterin fanden die Idee gut. So haben wir vor und nach Ostern die „Fenstergespräche“ zu bestimmten Zeiten angeboten.

Dies machten wir publik mit Plakaten direkt an den betreffenden Fenstern, in unseren Schaukästen, auf der Webseite und im wöchentlichen „Wort zum Sonntag“. Pfarrpersonen, Diakonische Mitarbeiterin, Mitarbeiterin im Hausdienst und wir Sekretariatsmitarbeitende waren gerne für Gespräche am Fenster bereit. Es machte Freude, sich zu sehen und einen Schwatz oder auch ein längeres Gespräch zu führen und es kam auch vor, dass man täglich von den gleichen Personen am Fenster besucht wurde. Auch im Hausdienst oder bei der Arbeit im Garten waren Gespräche möglich.

Wen und wie viele haben Sie erreicht, welches Echo gab es?

Das Echo war sehr positiv und die Fenstergespräche wurden rege benutzt. In der Zwischenzeit haben wir die Plakate auch ersetzt und man darf jederzeit am Fenster vorbeikommen und anklopfen.

Wie viele dieses Angebot nutzten und immer noch nutzen, haben wir nicht gezählt. Es stand für uns nicht im Vordergrund. Wichtig für uns war, dass Menschen verschiedenen Alters, die das Bedürfnis hatten mit einem persönlichen Gegenüber zu reden, bei uns jemanden finden konnten. Im Unterschied zu unseren vielen Telefongesprächen konnten wir die Menschen direkt sehen, ihre Mimik, Gestik und ihr wirkliches Befinden wahrnehmen.

Was nehmen Sie daraus mit für die Nach-Corona-Zeit?

Es ist schön, dass im Moment so viel Zeit für Gespräche da ist. Viele Menschen fühlen sich in dieser aussergewöhnlichen Zeit zuhause in ihrem doch recht anderen Tagesablauf einsam und haben auch oft Ängste und Sorgen. Aber nicht nur in der Coronazeit ist dieses niederschwellige Angebot sinnvoll.

So wird deutlich, dass jeder Mitarbeitende als Teil der Kirchgemeinde wertvoll ist und seinen Beitrag für das Zusammenleben in der Kirchgemeinde leistet. Sich Zeit zu nehmen für Gespräche bleibt eine wichtige Aufgabe für die kommende Zeit.


Flyer Fenstergespräche (PDF)


Für Fragen stehen gerne zur Verfügung:

Corinne Zurkinden und Antje Domnick, Sekretariat, sekretariat@kirche-fehraltorf.ch