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Virtuelles Erzählcafé

Ref. Kirchen Affoltern am Albis und Mettmenstetten

Das Erzählcafé, ein gemeinsames Angebot der reformierten Kirchgemeinden Affoltern am Albis und Mettmenstetten, findet normalerweise monatlich statt, abwechselnd moderiert von den beiden Sozialdiakoninnen. Die Gäste erzählen einander zu einem vorgegebenen Thema persönliche Geschichten.

Seit dem Corona-bedingten Lockdown findet das Erzählcafé virtuell statt. - Gabriela Bregenzer, Sozialdiakonin, erzählt:


Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Normalerweise besuchen acht bis zwölf Gäste aus dem ganzen Bezirk unser Erzählcafé. Für einige ist es ein fixer und wichtiger Termin in ihrer Agenda. Damit sie auf den Austausch nicht verzichten müssen, kam uns die Idee, es virtuell durchzuführen. Die meisten Gäste sind zwar im Rentenalter, doch heute nutzen auch viele Senioren und Seniorinnen das Internet.

Was hat es gebraucht, um die Idee umzusetzen?

Als erstes haben wir alle Gäste angerufen, die seit dem Start des Erzählcafés im Herbst 2018 mehrfach teilgenommen haben. Wir haben uns nach ihrem Befinden erkundigt, nach ihrer E-Mailadresse gefragt und ihr Einverständnis für den Mailversand eingeholt. Nur eine einzige Teilnehmerin verfügt über kein Internet, und ihr Interesse war zunächst nicht besonders gross, teilzunehmen. Später jedoch hat sie uns angerufen und gefragt, ob wir ihr die Geschichten ausdrucken und schicken könnten - ein telefonischer Tipp einer anderen Teilnehmerin. Was wir natürlich taten!

Anderweitig haben wir das virtuelle Erzählcafé nicht beworben. Wir publizieren jeweils Auszüge aus den Geschichten im Gloggeöpfel, unserer Lokalbeilage zum "reformiert.". Da sich die bisherigen Gäste persönlich kennen, ist es nicht sinnvoll, bei der virtuellen Durchführung neue Gäste aufzunehmen. Den Charakter eines persönlichen, manchmal auch intimen Austauschs wollen wir beibehalten.

Der Ablauf ist nun so: Die Moderatorin verschickt ein E-Mail an alle mit einem Leitthema und lädt ein, während einiger Tage ihre Geschichten ebenfalls per E-Mail zu verschicken. Durch die mehrtägige „Öffnungsdauer“ haben die Gäste Zeit, sich an ein Erlebnis zu erinnern und dieses in Worte zu fassen. Da die eintreffenden Geschichten immer gleich alle erreichen, inspirieren die Gäste einander – wie im physischen Erzählcafé – zu eigenen Erinnerungen. Nach Ablauf der Frist verschickt die Moderatorin ein Abschlussmail mit kommentierenden Gedanken und einem zum Thema passenden Text oder Gedicht.

Wen und wie viele haben Sie erreicht, welches Echo gab es?

Tiergeschichten.jpgBeim Thema «Tiergeschichten» im März trafen nach dem Einladungsmail spontan sieben Geschichten ein. Was uns besonders freute: Ein Bewohner einer Seniorenresidenz hatte eine Mitbewohnerin ohne Internetzugang nach einem Erlebnis mit Tieren gefragt, ihre Geschichte aufgeschrieben und sie allen geschickt!

Beim Thema «Meine Lehr- und Wanderjahre» im April war die Resonanz geringer. Da haben wir per E-Mail noch einmal aufgerufen und die Frist verlängert. Insgesamt trafen dann vier Beiträge ein. 

Wir werden das Erzählcafé so lange virtuell weiterführen, bis wir es wieder physisch anbieten können. Ende Mai fragen wir zum Thema «Mein Leben in Corona-Zeiten». Da sind wir besonders gespannt auf die Reaktionen!

Was nehmen Sie daraus mit für die Nach-Corona-Zeit?

Nun haben wir die Mailadressen unserer Gäste. So können wir künftig die Gäste mit einem Rundmail kurz vor der Durchführung nochmals an das Erzählcafé erinnern. Das haben wir bisher nie gemacht.

Unsere Gäste und wir freuen uns sehr auf den Moment, an dem wir uns wieder direkt und lebendig miteinander austauschen können.


April Einladung - ursprünglich für das Erzählcafé vor Ort gedacht (PDF)

Mai Einladung - ursprünglich für das Erzählcafé vor Ort gedacht (PDF)


Für Fragen stehen gerne zur Verfügung:

Gabriela Bregenzer, Sozialdiakonin, gabriela.bregenzer@ref-affoltern.ch
Ursula Jarvis, Sozialdiakonin, ursula.jarvis@ref-mettmenstetten.ch