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Ordination 2017

Das Wort wird Fleisch, das Fleisch wird Wort. Mit der Skulptur des Katalanen Jau­me Plen­sa, die 2013 auf dem Börsenplatz von Bordeaux stand, lädt der Kirchenrat zur dies­jährigen Ordination ein.
  • Ordination 2017
  • 2017-08-27T16:00:00+02:00
  • 2017-08-27T17:30:00+02:00
  • Das Wort wird Fleisch, das Fleisch wird Wort. Mit der Skulptur des Katalanen Jau­me Plen­sa, die 2013 auf dem Börsenplatz von Bordeaux stand, lädt der Kirchenrat zur dies­jährigen Ordination ein.
  • Wann 27.08.2017 von 16:00 bis 17:30 (Europe/Zurich / UTC200)
  • Wo Zürich, Grossmünster
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Verstehst du, was du da liest?

Wie könnte ich, wenn niemand mich anleitet?

 

Die Ordinanden haben sich für die Predigt einen Bibeltext ge­wünscht, der wesentlich mit ihrem künftigen Amt als Pfarrerinnen und Pfarrer zu tun hat: Verstehst du, was du da liest? Wie könnte ich, wenn niemand mich anleitet?

Der Mensch hat den Kopf voll mit Buchstaben, aber sie fügen sich ihm nicht von selbst zur Aussage. Er kann viel lesen, aber wenig verstehen. Wer ordiniert wird, erhält seit Zwinglis Zeiten den Titel verbi divini minister. Er ist Dienerin oder Diener des göttli­chen Worts.

Wer Pfarrerin oder Pfarrer ist, interpretiert das Wort Gottes. Er leitet an zu verstehen, wie das Wort Fleisch wird und das Fleisch wieder Wort, wie Buch­sta­ben sich so fügen, dass der Geist aus den Wörtern spricht.

Michel Müller, der Kir­chen­ratspräsident, wird ein Beispiel geben. Seien Sie willkommen!

In diesen Jahren erinnern sich die evangelischen Kirchen an die Reformation vor fünf­hundert Jahren. Wittenberg 1517 und Zürich 1519 gelten als Geburtsjahre der Pro­­testanten. Evangelisch heissen diese Kirchen, weil sie sich allein aufs Evangeli­um bezogen, protestantisch, weil sie gegen die Verwaltung von Wort und Mahl durch den Priesterstand protestierten. Reformiert werden die ge­nannt, deren Wurzeln in Zü­rich und Genf stecken, weil sie sich als Die nach Gottes Wort reformierte Kirche ver­­standen.

Ganz besondere Bedeutung legt die Zürcher Kirche daher auf den Predigtgot­tes­dienst. So­la scriptura erfahren Gläubige aus der Predigt, was für ihr Leben wichtig wer­den kann: allein durch das Wort und die Schrift. Deshalb heissen Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn sie wähl­bar werden, bis heute verbi divini minister bzw. verbi divini mi­nistra. Mit der Ordination erhalten sie seit der Zürcher Reformation diesen Titel: Die­nerin bzw. Diener des göttlichen Worts.