Message

Schweizer Pavillon «Prophezey» an der Weltausstellung

Unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Botschafterin in Deutschland, Christine Schraner Burgener eröffneten am 20. Mai 2017 Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK, und Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz SBK, den Pavillon «Prophezey – die Schweizer Reformation» an der Weltausstellung «Tore der Freiheit» in der Lutherstadt Wittenberg. Die Zürcher Landeskirche und der Verein "500 Jahre Zürcher Reformation" waren durch Kirchenrat Andrea Marco Bianca vertreten.

Vom 20. Mai bis am 10. September 2017 präsentieren sich etwa 80 Aussteller aus Kirche, Politik, Kultur, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit einem unterhaltsamen Angebot in den Wallanlagen der mittelalterlichen Stadt Wittenberg. Der Schweizer Pavillon, angesiedelt im Torraum 7 Kultur, ist in vier thematische Zonen unterteilt: Veranda, Prophezey die Zürcher Bibel, Froschauer die Druckerpresse, Künstlerei der Engel der Apokalypse.
 
„Wegweisende Impulse für die Umbrüche vor 500 Jahren kamen aus der Schweiz“, so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher: „Zwingli und Bullinger haben das Christentum zur Bildungsreligion weiterentwickelt. Und mit Johannes Calvin wurde die Reformation endgültig zur weltweiten Bewegung.“
 
Charles Morerod, Präsident der Bischofskonferenz: „Es ist wichtig, dass wir das Wissen über die Geschichte der Reformation miteinander teilen und verstehen. Sonst könnte man immer nur eine Seite sehen. Dass die Schweizer Bischofskonferenz eine deutsche Bibelübersetzung nach Wittenberg mitgebracht hat, die in der Schweiz vor der Reformation geschrieben wurde, ist auch ein Zeichen der Kontinuität, die wir heute besser anerkennen können.“

Kirchenrat Andrea Marco Bianca vertrat bei der Vernissage die Zürcher Landeskirche, die als Projektpartner des SEK am Schweizer Pavillon beteiligt ist, sowie den Verein "500 Jahre Zürcher Reformation", der mit einer mobilen Einheit in Wittenberg ebenfalls präsent ist. Nicht zuletzt mit Blick auf den Mitgliederschwund gab Bianca seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass die Ausstellung bei den Menschen eine Änderung der Einstellung im Blick auf die Bedeutung der Reformierten Kirchen bewirken möge.
 
Der SEK engagiert sich an der Weltausstellung, um die «andere» Reformationsbewegung zu präsentieren, die zeitgleich zu Deutschland stattgefunden hat. Die Geschichte von Reformation und Gegenreformation auf dem Gebiet der heutigen Schweiz ist vielschichtig und kompliziert, gleichzeitig lokal und international. Sie wirkt bis heute prägend und identitätsstiftend. Sie ist weder rein konfessionell noch national zu verstehen. Entsprechend ist das Schweizer Konzept ökumenisch orientiert und wird von der katholischen Schweizer Bischofskonferenz mitverantwortet.

Der Schweizer Pavillon möchte den Besucherinnen und Besuchern ein informatives, atmosphärisches und ästhetisches Erlebnis bieten. Er reflektiert die Schweiz und fördert das interkulturelle Lernen und Austauschen über fundamentale Werte und Bausteine der europäischen Identität.

Die Architekten Christ & Gantenbein aus Basel, die den Pavillon entworfen haben, beschreiben den Bau als einen einfachen Unterstand, welcher sowohl «Behaglichkeit» als auch «Frömmigkeit» ausstrahlt und gleichzeitig den Eindruck einer Werkstatt vermittelt. Die Ausstellung unter der Leitung von Gabriel de Montmollin und Juri Steiner erinnert an Menschen, Momente, Objekte und Orte der Schweizer Reformation. Im Mittelpunkt stehen die Zürcher Bibel und eine für die Ausstellung nachgemachte Gutenbergpresse, an der die Besucherinnen und Besucher einzelne Seiten der Zürcher Bibel werden drucken können.

Willkommen in den Workshops zur Reformation!

Prophezey – die Schweizer Reformation
Torraum 7 Kultur in der Lutherstadt Wittenberg
Die Ausstellung ist täglich ausser dienstags von
10 bis 18 Uhr geöffnet.


Medienmitteilung und Fotos unter ref-500.ch