Message

Legislaturziele 2016 – 2020

Kirche der Zukunft – nahe, vielfältig und profiliert

 «Alles, was ich hier gesagt habe, habe ich zur Ehre Gottes zum Nutzen
der christlichen Gesellschaft und zum Besten der Gewissen gesagt.»

Huldrych Zwingli


 «Die Landeskirche ist den Menschen nah und spricht sie in ihrer Vielfalt an. Als Volkskirche leistet sie ihren Dienst in Offenheit gegenüber der ganzen Gesellschaft.»
(Art. 5 Abs. 1 und 2 KO)

Globale Entwicklungen, Innovationsdruck und der gesellschaftliche Wandel prägen die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich ihren Auftrag zu erfüllen hat. Sie tun dies forciert, markant und unaufhaltsam. Die Herausforderungen, denen sich die Landeskirche und ihre Kirchgemeinden stellen, sind gross. Der Kirchenrat nutzt die Jahre der Legislatur 2016 – 2020 dafür, entscheidende Schritte zu tun für die Zukunft einer reformierten Kirche, die ihrem bleibenden Auftrag verpflichtet ist und gleichzeitig der Dynamik der Veränderung angemessen und wirksam begegnet. Er tut dies im Wissen, dass die der Landeskirche zur Verfügung stehenden Mittel und Ressourcen ein überlegtes und umsichtiges Vorgehen erlauben.

Die erste Ressource der Kirche Jesu Christi ist das Evangelium. Die Kirche lebt und steht dafür, die Kunde von der Liebe Gottes weiterzugeben. Dies geschieht durch Verkündigung des Wortes Gottes in Liturgie, Predigt, Taufe und Abendmahl; durch Zuwendung zu Menschen aufgrund des Wortes Gottes in Diakonie und Seelsorge; durch Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes in der Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen; durch Ausrichtung am Wort Gottes beim Aufbau der Gemeinde (nach Art. 5 Abs. 2 KO). Dabei will die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich eine Kirche bleiben, die im Glauben an Gottes Nähe auch in unserer Zeit Gutes bewirkt und eintritt «für die Würde des Menschen, die Ehrfurcht vor dem Leben und die Bewahrung der Schöpfung» (Art. 4 KO), «für eine kinderfreundliche Gesellschaft und für das Miteinander der Generationen» (Art. 6 KO).

Das Reformationsjubiläum bietet eine besondere Chance, indem es die Frage stellt, inwiefern die einmal nach Gottes Wort reformierte Kirche auch eine sich weiterhin nach diesem Wort reformierende Kirche sein will. Das Potenzial der Erneuerung, das seit jeher unsere Tradition geprägt hat und wesentlich zu unserer Art, Kirche zu sein, gehört, soll allen sichtbar werden. Damit wird möglich, reformierte Kirche gemeinsam und erneut zu denken und zu gestalten.

Im Prozess KirchGemeindePlus richten sich Kirchgemeinden auf die Zukunft aus. Um sich konsequenter an den vielfältigen Erwartungen und Initiativen der Mitglieder auszurichten, wird der territorial-politische Referenzrahmen weiter als bisher gefasst: Die Gemeinde umfasst die organische Region, und zwar nicht bloss als territoriale Verwaltungsgrösse, sondern als eine kommunitäre und kommunikative Gestaltungsgrösse. Innerhalb der Region entwickeln sich Gemeinschaften vom Evangelium her weiter und entstehen neu: nahe bei den Menschen, vielfältig in der Einheit der Gemeinde, profiliert im Auftreten.

Eine veränderte Gestalt der Kirche ruft nach Klärung von Aufgaben und Zuständigkeiten. Als dynamische und flexible Organisation braucht die Kirche zweckmässige Formen für die Leitung reformierter Gemeinschaft. Finanzen und Immobilien sind uns zum Haushalten gegeben. Was wir haben, soll für den Auftrag der Kirche genutzt werden. Was wir selbst nicht brauchen, kann in reformierter Verantwortung anderen zur Verfügung gestellt werden.

Ermutigt durch den freimachenden Zuspruch des Evangeliums, getragen durch die Kraft der Hoffnung auf eine gelingende Umsetzung lässt sich der Kirchenrat in den kommenden Jahren durch die Legislaturziele 2016 – 2020 leiten. Er lädt die Kirchgemeinden ein, sich die darin gesetzten Akzente zu eigen zu machen.